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24.03.2003

06:00 Uhr

1 Mrd. $ für Bodengeschäft von Airborne

Deutsche Post vor Zukauf in den USA

Die Deutsche Post AG steht kurz davor, für gut 1 Mrd. $ das Bodengeschäft des US Airborne Inc. -Paketdienstes zu übernehmen. Nach Informationen des Wall Street Journal aus Unternehmenskreisen befinden sich die Verhandlungen im Endstadium, die Übernahme könnte noch in dieser Woche bekannt gegeben werden.

rtr/Wall Street Journal NEW YORK/ATLANTA. Die Akquisition soll den Informationen nach so strukturiert werden, dass die Deutsche-Post-Tochter DHL Worldwide Express die Airborne-Aktien übernimmt. Das Luftfrachtgeschäft von Airborne soll abgespalten werden und als unabhängiges, börsennotiertes Unternehmen weiter geführt werden, aber eng mit dem zu DHL gehörenden Bodentransportgeschäft zusammen arbeiten.

Durch die Ausklammerung des Luftfracht-Bereichs soll ein Konflikt wie im Fall DHL Airways vermieden werden. Deren Übernahme durch DHL versuchen die Wettbewerber Federal Express und United Parcel Service noch nach Jahren anzufechten. Sie berufen sich darauf, dass US-Luftfahrtunternehmen nur zu maximal 25 % in ausländischen Besitz geraten dürfen. Zwar hält DHL nur 25 % der Stimmrechte an der DHL Airways, dennoch ist das Verfahren durch das US-Department of Transportation kürzlich wieder eröffnet worden. Auch im Fall Airborne dürften die Wettbewerber UPS und Fed Ex trotz der Ausklammerung des Luftfrachtgeschäfts alles versuchen, die Expansion von DHL und Deutsche Post auf dem US-Markt zu verhindern.



Airborne und Deutsche Post arbeiten noch an den Einzelheiten der Übernahme. Keines der beiden Unternehmen wollte sich gestern zu der Übernahme äußern. Bei einem Übernahmepreis von etwas über 1 Mrd. $ zahlt die Deutsche Post etwas über 20$ pro Airborne-Aktie, die am Freitag an der New Yorker Börse bei 16,69 $ notiert hatte. Airborne ist der drittgrößte US-Paketdienst mit einem Marktanteil von 6 %. Die Marktführer UPS und Fed Ex kontrollieren zusammen fast 75%. Mit dem Ausliefern von Paketen erwirtschafte Airborne im vierten Quartal rund 24 % seines Umsatzes. Airborne existiert seit 1946 und war gegründet worden, um frische Blumen aus Hawaii auf das US-Festland zu fliegen.

Post übernimmt britische Securior vollständig

An der britischen Securicor Omega Holdings übernahm die Post unterdessen wie erwartet die restlichen Anteile. Für 247 Mill. Euro seien die noch nicht der Post gehörenden 50 % an Securicor Omega erworben worden, teilte der Bonner Konzern mit. Die Post war 1999 bei dem britischen Logistikdienstleister eingestiegen. Der Abschluss stehe noch unter Vorbehalt der Zustimmung der Europäischen Kommission. Der Zukauf verbessere die Ausgangsposition der Post beim Einstieg in den britischen Briefmarkt, betonte der gelbe Riese. Die Post hatte bereits erste Pilotprojekte in diesem Bereich in Großbritannien angestoßen. Dieses Engagement "wird die Deutsche Post World Net in Zukunft weiter ausbauen".

Die britische Regierung will in den kommenden Jahren den heimischen Postmarkt vollständig für den Wettbewerb öffnen. Der derzeitige Staatsmonopolist Consignia macht aktuell Verluste und hatte im vergangenen Jahr erklärt, 32 000 Arbeitsplätze abbauen zu wollen.

Die Deutsche Post will in Europa im Briefgeschäft die anstehende Liberalisierung zu weiterem Wachstum nutzen. Die Post strebt dabei auch Beteiligungen in Dänemark und Österreich an. Am Dienstag wird die Post ihre Bilanz für 2002 vorlegen. Das Bonner Unternehmen hatte bereits angekündigt, seine Dividende auf 0,40 Euro von 0,37 Euro je Aktie erhöhen zu wollen. Zugleich hatte die Post die Erwartung bekräftigt, das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebita) bis 2005 auf 3,1 Mrd. Euro steigern zu wollen.

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