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14.03.2003

16:44 Uhr

12 Euro Belohnung

Drei Tote bei Versuch Handy zu retten

Beim Versuch, ein Handy aus einer Latrine zu bergen, sind in Kenia einem Zeitungsbericht zufolge drei Menschen ums Leben gekommen. Die Handy-Besitzerin soll für die Wiedererlangung des Telefons umgerechnet rund zwölf Euro geboten haben.

Reuters NAIROBI. Der erste Mann sei nicht mehr an die Oberfläche gekommen, nachdem er die Leiter in die Latrine hinunter gestiegen sei, um das Handy herauszufischen, berichtete die Zeitung "Daily Nation" am Freitag. Ein Freund des 30 Jahre alten Radiotechnikers sei beim Versuch, diesen zu retten, ausgerutscht und ebenfalls in die Grube gefallen. Ein dritter Mann habe versucht, die beiden anderen herauszuholen. Er sei jedoch beim Einatmen der Grubengase ohnmächtig geworden. Nachbarn sei es zwar gelungen, ihn aus der Fäkaliengrube zu ziehen, er sei jedoch auf dem Weg in ein Krankenhaus in der Hafenstadt Mombasa gestorben.

Ein vierter Mann ist dem Blatt zufolge von der Polizei an einem weiteren Versuch, das Handy aus der Latrine zu holen, gehindert worden. Ihn hatte trotz der Todesfälle offenbar die ausgesetzte Belohnung verlockt. Mehr als die Hälfte der Kenianer muss mit weniger als einem Euro am Tag auskommen. "Die Dämpfe müssen extrem giftig sein, zieht man die kurze Zeit in Betracht, innerhalb derer die Männer ausgeschaltet wurden", zitierte das Blatt den amtierenden Polizeichef von Mombasa. Die Suche nach dem Mobiltelefon wurde schließlich aufgegeben.

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