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07.08.2000

15:48 Uhr

ap DÜSSELDORF. Elf Tage nach dem Sprengstoffanschlag von Düsseldorf sucht die Polizei weiter nach einem Tatmotiv und einer heißen Spur. "Wir fangen quasi bei Null an", sagte Staatsanwalt Johannes Mocken am Montag. Eine mobile Wache der Polizei am Tatort soll nun zu weiteren Hinweisen aus der Bevölkerung führen.

Zurzeit würden alle 160 Hinweise ein weiteres Mal überprüft, erklärte Mocken: "Wir befinden uns nun in der Phase der Kleinarbeit." Über den Zünder der Handgranate gebe es noch keine Erkenntnisse. Möglicherweise sei er in kleinste Teile zersprengt worden. Auch die Vernehmung von acht der zehn Opfern habe die Ermittler nicht weitergebracht.

Belohnung auf 120 000 DM aufgestockt

Sechs der zehn Opfer befinden sich den Angaben zufolge noch im Krankenhaus. Allein das besonders schwer verletzte Ehepaar, Tatjana und Michail L., habe noch nicht vernommen werden können. Von ihm erhofft sich Mocken weitere Erkenntnisse. Es werde weiter in alle Richtungen ermittelt. Ermittlungsansätze seien ein ausländerfeindlicher Anschlag, eine Beziehungstat und das Werk eines Verrückten. Für Hinweise auf die Täter ist eine Belohnung von 120 000 DM ausgesetzt. Es ist eine der höchsten jemals in der Bundesrepublik ausgelobten Prämien.

Bei dem Sprengstoffanschlag waren an einer belebten S-Bahn-Haltestelle in der Düsseldorfer Innenstadt zehn Menschen aus der ehemaligen Sowjetunion zum Teil schwer verletzt worden. Sechs von ihnen waren Juden. Für den Anschlag hatte der Täter eine umgebaute und mit dem starken Sprengstoff TNT gefüllte Weltkriegshandgranate benutzt.



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