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25.02.2003

10:50 Uhr

1250 Stellen werden gestrichen

Milliardenverlust bei Credit Suisse

Der Schweizer Finanzkonzern Credit Suisse Group baut nach einem Rekordverlust von 3,3 Milliarden Franken im Jahr 2002 im laufenden Jahr rund 1250 Stellen ab. Die Einsparungen sollten nach CS-Angaben ausreichen, um den Konzern wieder in die Gewinnzone zurückzubringen.

Reuters ZÜRICH. Doch zugleich ist CS für 2003 sehr vorsichtig. Die Beurteilung der Geschäftsaussichten für 2003 sei angesichts der unklaren Lage in der Irakfrage äusserst schwierig, sagte CS-Finanzchef Phil Ryan am Dienstag im Gespräch mit Reuters.

Im Bankbereich der Credit Suisse Financial Services (CSFS) sollen durch den Wegfall von 900 Stellen 300 Millionen Franken eingespart werden und in der Zentrale der zur Gruppe gehörenden Winterthur Versicherung gehen 350 Arbeitsplätze verloren. Bei CSFS wurde zwar auch schon gekürzt, die grossen Kahlschläge bei den Arbeitsplätzen fanden aber bisher bei der CS-Investmentbank Credit Suisse First Boston (CSFB) statt, wo seit knapp zwei Jahren rund 6000 Stellen gestrichen wurden. CSFS und CSFB bilden den Credit-Suisse-Konzern, der gemeinsam von den Bereichschefs Oswald Grübel und John Mack unter der Aufsicht von Verwaltungsratschef Walter Kielholz geleitet wird.

Mit Blick auf das laufende Jahr gab sich die CS-Spitze äusserst zurückhaltend. "Wir waren absichtlich sehr sehr vorsichtig und wollen eigentlich keine Prognosen abgeben," sagte Ryan. Der Irak sei ein wichtiger Faktor, schliesslich habe das Geschäft der Credit Suisse viel mit Anlegervertrauen zu tun. Die Gruppe sei sich der Risiken sehr wohl bewusst und beobachte die Entwicklung sehr genau.

Der Konzern hatte in 2002 mit zwei grossen Verlustquellen zu kämpfen: Einerseits CSFB, wo infolge von Sonderfaktoren ein Verlust von 1,9 Milliarden Franken zusammenkam. Verluste von fast drei Milliarden Franken musste die Winterthur Versicherung verbuchen, die von der Talfahrt der Aktienbörsen stark mit Mitleidenschaft gezogen wurde. Gewinne im Vermögensverwaltungs-Privatbankgeschäft und im traditionellen Bankbereich waren da wenig mehr als ein Tropfen aus den heissen Stein.

Für das laufende Jahr gibt es aber auch positive Anzeichen. Winterthur schaffte im vierten Quartal 2002 den Weg zurück in die Gewinnzone. Im CSFB-Verlust sind Sonderfaktoren von 1,3 Milliarden Franken enthalten, die sich überwiegend auf Altlasten in den USA im Zusammenhang mit Zuteilungspraktiken bei Börsengängen und Unregelmässigkeiten bei Aktienanalysen beziehen.

Dass der Jahresverlust nicht höher ausfiel hat aber auch mit Änderungen des Rechnungslegungs-Grundsatzes zur Aktivierung von latenten Steuerguthaben zu tun, die mit 1,3 Milliarden Franken positiv zu Buche schlugen.

Die zweitgrösste Schweizer Bank verwaltet Vermögen im Wert von 1195 Milliarden Franken. Das waren 16 Prozent weniger als Ende 2001. Über das Jahr gerechnet flossen netto 2,6 Milliarden Franken ab nach einem Nettozufluss von 67,5 Milliarden Franken im Jahr 2001. Allerdings konnte der Bereich des Private Banking, der Vermögensverwaltung für vermögende Privatkunden, einen Nettozufluss von Neugeldern von 18,7 Milliarden Franken realisieren. Abflüsse von 21,5 Milliarden Franken ergaben sich bei CSFB.

Die Aktionäre sollen eine Dividende von zehn Rappen erhalten nachdem ihnen im Vorjahr noch eine Nennwertrückzahlung von zwei Rappen zugekommen war.

Der CS-Konzern beschäftigte per Ende September rund 80 000 Mitarbeiter. Davon entfielen 21 700 auf das Schweizer Bankgeschäft und 26 000 auf die Bankbereiche ausserhalb der Schweiz. Im Versicherungsbereich befanden sich gut 30 000 Stellen.

UBS, der grösste Bankkonzern der Schweiz, kam 2002 auf einen Reingewinn von 3,53 Milliarden Franken. Die verwalteten Vermögen belaufen sich bei UBS per Jahresende konzernweit auf 2037 Milliarden Franken. Dabei entfielen 688 Milliarden auf das Private Banking und 584 Milliarden Franken auf UBS PaineWebber. Der Neugeldzufluss bei diesen beiden Konzerneinheiten lag im vergangenen Jahr bei 35,1 Milliarden Franken.

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