Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

15.01.2002

14:35 Uhr

15 neue Feuer bei Sydney

Australien: Brandstifter machen Feuerwehr zu schaffen

Brandstifter haben die Hoffnungen der australischen Feuerwehr auf ein schnelles Ende der Buschbrände zunichte gemacht. 15 neue, vermutlich vorsätzlich gelegte Feuer hielten die Helfer am Dienstag rund um Sydney zusätzlich in Atem. Die weiterhin lodernden 50 Brände im südöstlichen Bundesstaat New South Wales konnten unter Kontrolle gebracht werden, wie Medien berichteten.

Foto: ap Quelle: Handelsblatt

Foto: ap

dpa SYDNEY. Die Behörden haben unterdessen erstmals seit Ausbruch der Feuer am Heiligabend Spendengelder an Betroffene ausgezahlt.

Hilfe bekamen die Feuerwehrleute bei Sydney vom Wetter: Kühlere Temperaturen halfen bei der Eindämmung der neuen Feuer, die die Pazifik-Verbindungsstraße zwischen Sydney und Brisbane bedrohten.

Feuerwehrsprecher Cameron Wade warnte jedoch wegen ungünstiger Wetterprognosen erneut vor einem voreiligen Aufatmen. "Besonders für Freitag sieht es übel aus", meinte er. Die Meteorologen sagten heiße Nordwest-Winde mit einer Spitzengeschwindigkeit von 40 Kilometern pro Stunde, hohe Temperaturen und geringe Luftfeuchtigkeit voraus. Auch wenn die meisten Brände unter Kontrolle seien und die Zahl der freiwilligen Helfer von 10 000 auf 2500 reduziert worden sei, gelte: "Die Feuersaison ist noch nicht zu Ende."

Die Regierung des Bundesstaates hat begonnen, Schecks in Höhe von 10 000 australischen $ (5812 Euro/11361 DM) an Familien auszuzahlen, deren Häuser ein Raub der Flammen wurden. Es handelt sich dabei um Spenden aus dem In- und Ausland. Insgesamt sind nach Behördenangaben bislang fünf Mill. australische $ zusammengekommen. Geld sei zwar nur ein geringer Ausgleich für das Leid der Menschen, aber ein konkretes Zeichen der öffentlichen Anteilnahme, meinte der Verwalter des Spendenfonds, Carmel Niland.

Seit Ausbruch der Buschfeuer an Weihnachten haben die Flammen 6500 Quadratkilometer Land verwüstet - eine Fläche, mehr als zweieinhalb Mal so groß wie das Saarland. Außerdem wurden 150 Häuser zerstört und 3000 Menschen aus ihren Wohnungen vertrieben. Bei den letzten großen Buschfeuern mit Todesopfern hatten Flammen vor acht Jahren um Sydney vier Menschen getötet und 200 Häuser zerstört.

Auch wenn Australien an die jährlichen Buschfeuer gewöhnt ist, kamen in diesem Jahr immer wieder von Brandstiftern gelegte Brände hinzu. Rund 25 Menschen, meist Jugendliche, wurden bislang wegen Verdachts auf Brandstiftung verhört.

Die Umweltorganisation Nature Conservation Council befürchtet, bei den nun schon dreiwöchigen Bränden könnten mehrere Tier- und Pflanzenarten unwiderbringlich ausgerottet worden sein. Besonders verheerende Schäden hätten die Brände im südlich von Sydney gelegenen Royal National Park angerichtet.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×