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14.01.2002

20:23 Uhr

162 US-Firmen zahlten nicht

Ausfälle bei Firmenanleihen 2001 auf Rekordhöhe

Das vergangene Jahr hat für Investoren in Unternehmensanleihen im Zuge des weltweiten Wirtschaftsabschwungs Rekordausfälle gebracht. Anleihen von 211 Unternehmen mit einem Nennwert von 115,4 Mrd. Dollar wurden nicht mehr bedient, wie die internationale Ratingagentur Standard & Poor's (S&P) am Montag mitteilte. Damit sei beim Wert und bei der Anzahl der Ausfälle das bisherige Rekordniveau von 2000 noch übertroffen worden.

Reuters NEW YORK. S&P zufolge blieben unter anderem 162 Unternehmen aus den USA und auch ein deutscher Emittent ihre Zahlungen schuldig. Zu den US-Firmen gehörten der kollabierte Energiehändler Enron, die kalifornischen Stromversorger Pacific Gas & Electric Co und Southern California Edison sowie viele Neueinsteiger in die Telekommunikation.

Die Ausfallrate für als spekulativ bewertete Anleihen, so genannte Junkbonds, stieg S&P zufolge im vergangenen Jahr auf 8,57 % von 5,68 % im Jahr zuvor und damit auf den höchsten Wert seit 1991. Die US-Wirtschaft wird nach Einschätzung von S&P im ersten Quartal 2002 den Tiefpunkt erreichen. "In einem typischen Zyklus erreichen etwa sechs Monate nach dem Tief der Wirtschaft die Ausfälle ihren Höhepunkt", sagte S&P-Research-Chefin Diane Vazza. Daher sei im Sommer mit einem Anstieg der Ausfallrate auf rund elf Prozent zu rechnen. Bis zum Jahresende werde sich die Lage aber wieder entschärfen.

Die internationale Ratingagentur Moody's Investor Service bezifferte den Anteil der unbezahlten Junkbonds für 2001 auf 10,2 %. Insgesamt habe Moody's Anleiheausfälle bei 253 Unternehmen im Gesamtnennwert von 110,2 Mrd. Dollar ermittelt.

Im vergangenen Jahr habe die Telekommunikationsbranche mit 18,5 % der Emittenten den höchsten Anteil an den Ausfällen gehabt, hieß es von S&P weiter. In diesem Jahr würden die Ausfälle aber voraussichtlich breiter gestreut sein, sagte Vazza. "Wir erwarten dieses Jahr eher Schwächen bei bestimmten Konsumgütern und im Einzelhandel", fügte sie hinzu.

Im krisengeschüttelten Argentinien zählte S&P 15 Ausfälle von Unternehmensanleihen, in Kanada neun, fünf in Großbritannien, vier in Australien, drei in Polen und zwei in Mexiko. Je ein Unternehmen aus Deutschland, Griechenland, Indonesien, den Niederlanden, Norwegen, den Philippinen, Südkorea, Russland, Thailand, Venezuela und von den Bermudas habe seine Schulden nicht bedient, teilte S&P weiter mit.

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