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13.03.2004

15:20 Uhr

1860-Präsident soll doch Kenntnis von Schmiergeldzahlungen gehabt haben

Wildmoser weiterhin unter Verdacht

Karl-Heinz Wildmoser bleibt im Visier der Ermittler. Einem Zeitungsbericht zufolge könnte der 1860-Präsident doch von den Schmiergeldzahlungen an seinen Sohn gewusst haben.

HB BERLIN. In der Bestechungsgeldaffäre um den Bau des neuen Münchner Fußballstadions bleibt Karl-Heinz Wildmoser senior weiterhin ein Fall für die Ermittler. Der 64 Jahre alte Präsident des Bundesligisten TSV 1860 München soll nach einem Bericht der «Süddeutschen Zeitung» Schriftstücke unterschrieben haben, auf denen zumindest teilweise ein «Schmiergeldeingang» erkennbar aufgelistet gewesen sei. Gegen Wildmoser, der sein Präsidenten-Amt vorerst ruhen lässt, bestehe deshalb weiter «dringender Tatverdacht», sagte ein Ermittler der Zeitung.

Wildmoser und sein 40 Jahre alter Sohn sollen in Schmiergeldzahlungen in Höhe von 2,8 Millionen Euro verwickelt sein. Das Geld - ein Prozent des Auftragsvolumens - soll im Zusammenhang mit der Auftragsvergabe für den Bau des neuen Münchner Stadions «Allianz Arena» von dem österreichischen Baukonzern Alpine gezahlt worden sein. In diesem Stadion soll die Fußball-Weltmeisterschaft 2006 angepfiffen werden.

Wildmoser senior wurde am Freitag aus der Untersuchungshaft entlassen, nachdem sich die Ermittlungen auf seinen inhaftierten Sohn konzentrieren. Der «Löwen»- Präsident war zuvor gegen 200.000 Euro Kaution aus der Haft entlassen worden. Wildmoser senior bestreitet die Vorwürfe. Von den Geldflüssen wisse er «Null Komma Null», sagte er nach seiner Freilassung am Freitag in einem Interview mit dem DSF.

Zu den vom Senior abgezeichneten Schriftstücken sagte ein Ermittler der «Süddeutschen Zeitung»: «Was man unterschreibt, sieht man auch an. Und wenn es um Geld geht und man selbst gerade einen finanziellen Engpass hat, sieht man noch genauer hin.» Karl-Heinz Wildmoser junior hatte dagegen ausgesagt, sein Vater habe von den Zahlungen von Alpine nichts gewusst.

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