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31.01.2003

16:15 Uhr

2002 drastischer Gewinneinbruch

Boeing bekommt Milliardenorder von Ryanair

Der weltgrößte Flugzeughersteller Boeing bekommt nach einem Gewinneinbruch im vergangenen Jahr Rückenwind durch einen neuen Milliardenauftrag des aufstrebenden Billigfliegers Ryanair.

HB/dpa LONDON/NEW YORK. Die irische Fluglinie bestellte am Freitag 22 Boeing - Maschinen und sicherte sich eine Option auf 78 weitere. Am Vortag hatte Boeing für das Jahr 2002 einen drastischen Gewinneinbruch um gut 80 Prozent auf 492 Millionen Dollar gemeldet. Im viertel Quartal wurde der Gewinn allerdings mit 590 Millionen Dollar im Jahresvergleich nahezu versechsfacht. Für dieses Jahr wird wegen stockender Auslieferungen mit einem Ergebnisrückgang gerechnet.

Auf dem Jahresergebnis lasteten bereits im ersten Quartal vorgenommene Wertberichtigungen in Höhe von rund 1,8 Milliarden Dollar. Ohne die Abschreibung hätte der Gewinn 2,3 Milliarden Dollar betragen, betonte der Konzern - immer noch deutlich weniger als die 2,8 Milliarden Dollar aus dem Jahr 2001. Boeing wurde ebenfalls von der Krise der internationalen Luftfahrt getroffen. Auslieferungen wurden zum Teil verschoben oder storniert. Seit den Terroranschlägen vom 11. September 2001 baute Boeing 30 000 Arbeitsplätze ab.

Ryanair hat sich damit für insgesamt 250 Boeing-Maschinen des Typs 737-800 angemeldet. Vor einem Jahr hatten die Iren bereits 100 Flugzeuge bestellt und eine Option auf 50 weitere gebucht. Nun wurde das Verhältnis von Bestellungen und Optionen mit 125 zu 125 angegeben. Die von Ryanair zusätzlich fest bestellten 22 Maschinen sollen in den Jahren 2004 und 2005 ausgeliefert werden. Insgesamt sind die Order für die 250 Maschinen auf die kommenden acht Jahre verteilt. Ryanair gab den Listenpreis für die zusätzlichen 100 Maschinen mit sechs Milliarden Dollar an. Bei solch großen Bestellungen sind aber hohe Rabatte üblich.

Der Boeing-Umsatz ging im Gesamtjahr 2002 um sieben Prozent auf 54,1 Milliarden Dollar zurück. Auch im Schlussquartal schrumpften die Erlöse um knapp 13 Prozent auf 13,7 Milliarden Dollar. Der Umsatz mit Passagierflugzeugen schrumpfte um fast ein Fünftel auf 28,4 Milliarden Dollar. Der Rüstungsbereich mit Militärjets und Raketen verbesserte dagegen die Erlöse um gut zwölf Prozent auf knapp 14 Milliarden Dollar.

2003 werde der Gewinn die Erwartungen der Analysten nicht erfüllen, weil die Auslieferungen deutlich rückläufig seien, hieß es weiter. Boeing will in diesem Jahr 280 Flugzeuge für die zivile Luftfahrt ausliefern, das bedeutet einen Rückgang von 27 Prozent gegenüber 2002. Die Umsatzprognose wurde auf 49 Milliarden Dollar von zuletzt 50 Milliarden Dollar zurückgenommen. Vor einem Jahr hatte Boeing für 2003 noch einen Umsatz von 54 Milliarden Dollar erwartet.

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