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31.01.2003

16:10 Uhr

2002 gut drei Prozent weniger umgesetzt

Dem Großhandel fehlt der Schwung

Der deutsche Großhandel hat 2002 erneut weniger umgesetzt als im Vorjahr. Der Anstieg des Umsatzes zum Jahresende ist nach Einschätzung der Branche noch kein Signal für eine Trendwende.

Reuters BERLIN. Die Branche habe im Gesamtjahr insgesamt rund 600 Milliarden Euro umgesetzt und damit preisbereinigt 3,1 Prozent weniger als im Jahr zuvor, teilte das Statistische Bundesamt am Freitag in Wiesbaden mit. Dies entspreche einem nominalen Minus von 3,7 Prozent. Bereits im Gesamtjahr 2001 waren die Umsätze unter Herausrechnung der Inflation um knapp vier Prozent zurückgegangen.

"Dieses schlechte Ergebnis trifft viele unserer Mitgliedsfirmen und deren Beschäftigte hart", erklärte Anton Börner, Präsident des Bundesverbandes des Deutschen Groß- und Außenhandels (BGA). Besonders beunruhigend sei hierbei das deutliche Minus bei Maschinen und Ausrüstungen sowie bei Rohstoffen. Dies belegt nach Ansicht Börners, "dass die Wirtschaft nicht in Schwung kommt und es an Vertrauen in die Zukunft mangelt." Der Großhandel mit Maschinen, Ausrüstungen und Zubehör setzte nach Angaben des Statistikamts im Dezember nominal 8,2 Prozent und real 5,4 Prozent weniger um als im Vorjahresmonat.

Der Großhandel mit seinen 1,2 Millionen Beschäftigten wird nach Einschätzung des BGA erst in der zweiten Jahreshälfte 2003 wieder ein Umsatzwachstum verzeichnen, wobei der Export der Hauptantrieb bleiben dürfte. Im ersten Halbjahr rechnet der Verband mit einem Umsatzminus von zwei Prozent.

Im Dezember 2002 indes verkaufte der Großhandel zum Vorjahr real 2,8 Prozent mehr Waren und kalender- und saisonbereinigt zum November real 2,0 Prozent mehr. Börner nannte den Anstieg zwar erfreulich, verwies jedoch gleichzeitig darauf, dass er auf dem schwachen Vorjahresmonat beruhe und deshalb noch nicht auf eine durchgreifende Erholung der Wirtschaftslage hinweise.

Höhere Umsätze verzeichneten im Dezember drei Branchen: Der Großhandel mit Nahrungsmitteln, Getränken und Tabakwaren (nominal plus 8,7 Prozent, real plus 8,0 Prozent), der Großhandel mit Gebrauchs- und Verbrauchsgütern (nominal plus 6,6 Prozent, real plus 8,3 Prozent) und der Großhandel mit landwirtschaftlichen Grundstoffen und Tieren (nominal plus 4,4 Prozent, real plus 6,6 Prozent) legten zum Vorjahr jeweils zu.

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