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14.01.2003

14:45 Uhr

2002 weniger als 350 Millionen Euro

Opel halbiert Rekordverlust

Die Adam Opel AG ist auf dem Weg aus der Krise ein beträchtliches Stück voran gekommen. Nach dpa-Informationen konnte der Rüsselsheimer Autohersteller 2002 den Rekordverlust des Vorjahres von 674 Millionen Euro halbieren.

HB/dpa FRANKFURT. Opel-Chef Carl-Peter Forster wird am Donnerstag auf der Bilanzpressekonferenz voraussichtlich einen Fehlbetrag im Autogeschäft von weniger als 350 Millionen Euro bekannt geben.

Damit hat die Tochter des amerikanischen Automobilriesen General Motors (GM) trotz weiter verlorenen Terrains auf dem Heimatmarkt besser abgeschnitten als zunächst geplant. Ursprünglich hatte sich der Vorstand nach dem Start des Sanierungsprogramms Olympia für 2002 auf einen operativen Verlust von 400 bis 450 Millionen Euro eingestellt. Im Gegensatz zu 2001 wird das vergangene Jahr aber unter dem Strich mit einem dicken dreistelligen Minus enden. 2001 hatten der Gewinn der Opel-Bank und die nachträgliche Ausschüttung von drei Jahresdividenden von zusammen 710 Millionen Euro für einen Jahresüberschuss von 87 Millionen Euro gesorgt.

Opel-Sprecher Rüdiger Assion wollte die Halbierung des Betriebsverlustes nicht bestätigen. Mit Hinweis auf seine Schweigepflicht unmittelbar vor der Bilanzpressekonferenz verwies Assion auf die Vorlage des Geschäftsberichts am Donnerstag. Er sagte lediglich, dass Einsparungen beim Materialeinkauf zu einer beträchtlichen Kostenreduzierung geführt hätten.

Endgültig aus der Verlustzone will Forster im 4. Quartal 2003 kommen. Damit dürfte das laufende Jahr wiederum ein operatives Minus bringen, zumal die Autoindustrie auf den europäischen Märkten ein schwieriges Pflaster vor sich hat. Vor allem mit neuen Modellen und verbesserter Qualität soll das angeschlagene Image aufpoliert und die Umsätze gesteigert werden.

Der Marktanteil von Opel ist 2002 auf dem Inlandsmarkt erneut zurückgegangen, und zwar auf 10,4 (2001: 11,9) Prozent. Auf Grund des neuen Vectra und einem gestiegenen Anteil höherwertiger Autos konnte allerdings der Umsatzschwund bei knapp 16 Milliarden Euro gestoppt werden.

Bereits 2003 hat sich der Vorstand wieder einen expansiveren Kurs vorgenommen. Für den Anteil der Neuzulassungen wurde das Ziel sogar oberhalb der Marke von 11,5 Prozent markiert. Das neue Jahr soll nach den Vorstellungen von Forster - nicht zuletzt wegen der zunehmenden Modellvarianten - auch wieder nennenswerte Umsatzzuwächse bringen.

Der entscheidende Impuls für den steilen Weg aus der Krise kam im abgelaufenen Jahr aus Kosteneinsparungen von etwa 800 Millionen Euro. Dabei lag der Schwerpunkt mit 400 Millionen im Materialeinkauf. Weitgehend abgeschlossen ist der geplante Abbau von 2500 Stellen. Allerdings schlagen in der Bilanz 2002 die einmaligen Kosten aus dem Sanierungsprogramm Olympia voll zu Buche. Da die Kostensenkungen allerdings "deutlich besser als vermutet" vorangekommen sind, konnte der Betriebsverlust entsprechend verringert werden.

Große Hoffnungen setzt Opel auf den neuen Astra, der im Herbst - zeitgleich mit dem VW-Golf - auf der Internationalen Frankfurter Automobil-Ausstellung (IAA) präsentiert wird. Bis dahin sollen der neue Signum, der kleine Van Meriva und die Kombi-Version des Vectra das Opel-Geschäft weiter voranbringen.

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