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06.03.2003

12:00 Uhr

2003 deutlicher Gewinnzuwachs erwartet

Lkw ziehen MAN erfolgreich durch die Flaute

Der Maschinenbau- und Nutzfahrzeugkonzern MAN hat vor allem dank deutlicher Ertragssteigerungen in seinem Lkw-Geschäft 2002 vor Steuern einen leichten Gewinnzuwachs erzielt. Für dieses Jahr rechnet das Münchener Unternehmen trotz schwacher Konjunkturaussichten sogar mit einem deutlicheren Gewinnzuwachs.

Reuters MÜNCHEN. "Beim Ergebnis gehen wir (...) von einer nachhaltigen Verbesserung aus, deren Ausmaß maßgeblich von der weiteren Konjunkturentwicklung abhängt", teilte der Traditionskonzern am Donnerstag mit. Hierfür werde der in der Vergangenheit noch krisengeschüttelte Bereich Nutzfahrzeuge sorgen, zudem würden auch die 2002 angefallenen Sonderbelastungen bei MAN Technologie nun entfallen. Wegen der anhaltenden Konjunkturflaute rechne der Konzern jedoch nicht mit einer wesentlichen Umsatzsteigerung.

Analysten bewerteten die Zahlen und den Geschäftsausblick positiv. Die MAN-Aktie startete mit einem Plus von 2,9 Prozent in den Handel, gab die Gewinne dann jedoch ab. Den Aktionären will der Konzern für 2002 eine unveränderte Dividende von 0,60 Euro je Anteilsschein zahlen.

Der Konzerngewinn vor Steuern erhöhte sich geringfügig auf 219 Millionen Euro nach 213 Millionen Euro im Jahr davor. Kräftige Einbußen in den Sparten Druckmaschinen, Busse sowie Sonderbelastungen bei der MAN Technologie seien durch Ertragsverbesserungen im Lkw-Geschäft überkompensiert worden, hieß es. Im November hatte MAN angekündigt, statt eines Ergebniszuwachses werde man lediglich das Vorjahresniveau erreichen.

Höherer Steueraufwand

Der Jahresüberschuss verringerte sich den Angaben zufolge wegen eines höheren Steueraufwands auf 147 (151) Millionen Euro. Der Cash-Flow aus laufender Geschäftstätigkeit verharrte mit 697 Millionen Euro auf Vorjahresniveau, während die Investitionen um 22 Prozent auf 997 Millionen Euro sanken. Im Januar hatte MAN bereits Auftragseingang und Umsatz veröffentlicht. Die Aufträge lagen mit 15,7 (15,7) Milliarden Euro ebenso im Rahmen der Ankündigungen wie der Umsatz mit 16 (16,3) Milliarden Euro.

"Die Zahlen sind etwas besser als von uns und vom Markt erwartet wurde", sagte Bankgesellschaft Berlin-Analyst Uwe Jech. "Da gibt es nichts zu kritisieren." Das für 2003 erwartete Gewinnplus sei realistisch, hierfür würden die eingeleiteten Restrukturierungsmaßnahmen sorgen. "Insgesamt werden wir 2003 einen deutlichen Ergebniszuwachs sehen." Ein Londoner Analyst bezeichnete den Ausblick als "gute Nachricht" angesichts der Tatsache, dass MAN generell bei Geschäftsprognosen eher zurückhaltend sei. Ziehe man die unveränderte Dividende mit in Betracht, sei die Aktie ein äußerst günstiges Papier.

MAN war 2002 nicht nur von der Konjunkturflaute getroffen worden: Neben dem bereits länger bestehenden Problemen der Bussparte musste der Konzern hohe Sonderabschreibungen im Luft- und Raumfahrtgeschäft verkraften. Die Druckmaschinentochter MAN Roland wurde zudem voll von der Krise der Zeitungs- und Werbeindustrie getroffen. Auch für 2003 sieht der Konzern hier keine durchgreifende Erholung der Branchenkonjunktur.

2002 Restrukturierungen und Stellenabbau

MAN begegnet dem mit Restrukturierungen und Stellenabbau. 2002 verringerte sich die Zahl der Mitarbeiter um drei Prozent auf 75.054, wobei vor allem das Inland betroffen war. Hier spiegelt sich auch die Verlagerung von Teilen der Busproduktion ins Ausland wieder.

Im Nutzfahrzeugbereich, der rund 40 Prozent zum gesamten Umsatz beisteuert, schaffte MAN die prognostizierte "schwarze Null" und verbuchte vor Steuern sogar einen Gewinn von 13 Millionen Euro nach einem Verlust von 49 Millionen Euro im Jahr davor. Der Teilbereich Busse weitete sein Minus aber mit 84 (Vorjahr: 54) Millionen Euro aus. Industrielle Dienstleistungen und die Dieselmotoren verbuchten Ergebnisrückgänge, im Maschinen- und Anlagenbau halbierte sich der Vorsteuergewinn.

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