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06.03.2003

11:05 Uhr

2003 schwaches Geschäft erwartet

Software AG tritt weiter auf die Kostenbremse

Die Darmstädter Software AG rechnet nach dem Geschäftseinbruch im vergangenen Jahr auch 2003 noch nicht mit einer Belebung der schwachen Branchenkonjunktur.

Reuters FRANKFURT. Angesichts der weltweiten Investitionszurückhaltung im Technologiesektor erwarte der Vorstand 2003 bereinigt um Währungsschwankungen nur einen konstanten Umsatz und ein operatives Ergebnis auf Vorjahreshöhe, teilte das zweitgrößte deutsche Software-Haus am Donnerstag anlässlich seiner Bilanzpressekonferenz in Frankfurt mit. Die Nachfrageschwäche bei Lizenzen und Dienstleistungen werde anhalten. Die Absatzkrise bei Produkten der Informationstechnologie hatte bei der Software AG 2002 zu einem Umsatz- und Ergebniseinbruch geführt. Die im MDax der mittelgroßen Werte notierte Aktie stieg am Donnerstag leicht um 0,4 Prozent auf 9,25 Euro.

Im Jahr 2002 sank der Konzernüberschuss den Angaben zufolge auf 33,5 Millionen Euro von 38,7 Millionen Euro im Vorjahr. Das operative Ergebnis (Ebitda) ging noch deutlicher zurück auf 82,7 Millionen von zuvor 100,4 Millionen Euro. Der Umsatz sank den Angaben zufolge auf 475 Millionen von 588,5 Millionen Euro. Nach einem Nachfrageeinbruch im ersten Quartal 2002 hatte das Unternehmen seine Geschäftserwartungen mehrfach gesenkt. Mit dem nun vorgelegten Umsatz wurde die zuletzt von der Software AG genannte Prognose von 515 bis 545 Millionen Euro deutlich verfehlt. Die mit 14 und 16 Prozent prognostizierte operative Gewinnmarge wurde hingegen mit 17 Prozent leicht übertroffen.

Ein als Reaktion auf die anhaltende Absatzkrise eingeleitete Restrukturierungsprogramm zeigt nach Unternehmensangaben bereits Wirkung und hat den Gewinn im abgelaufenen Jahr gesichert. Gleichwohl sei eine Kostensenkung um nochmals zehn bis 15 Prozent und ein weiterer Stellenabbau geplant, um die operative Ertragskraft zu stärken, kündigte das Management an. Bis 2005 soll die im Jahr 2001 erzielte Umsatzrendite vor Steuern in Höhe von 15 Prozent wieder erreicht werden. "Wir werden weitere Stellen streichen müssen", sagte Vorstandschef Karl-Heinz Achinger, der das Unternehmen seit dem Ausscheiden des langjährigen Chefs Erwin Königs vorübergehend führt. Im Jahr 2002 wurde die Mitarbeiterzahl bereits um 313 Stellen auf 3013 reduziert.

Zur Verbesserung der Eigenkapitalbasis soll für das abgelaufene Geschäftsjahr keine Dividende an die Aktionäre gezahlt werden, wie die Software AG bereits angekündigt hatte. Der Gewinn werde in voller Höhe in die Rücklagen eingestellt. Im Vorjahr hatte das Unternehmen noch 0,43 Euro je Aktie an die Anteilseigner ausgeschüttet.

Für den Ende November zurückgetretenen Unternehmenschef Königs soll bis zur Hauptversammlung am 29. April ein neuer Vorstandschef gefunden sein, hieß es weiter. Für den Posten käme auch ein Mitglied des derzeitigen Vorstands in Frage, sagte Achinger, dessen Aufsichtsratmandat seit der Amtsübernahme ruht. Er selbst sei für die dauerhafte Übernahme des Chefsessels "zu alt", sagte Achinger. Ende März 2002 hatte bereits der Finanzvorstand die Software AG "aus persönlichen Gründen" verlassen. Der Posten war umgehend neu besetzt worden.

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