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13.12.2011

15:13 Uhr

2011 - Jahr der Hacker

Wenn Hacktivisten zeigen, was sie können

2011sind Hacker in den Fokus der Öffentlichkeit geraten wie nie zuvor. Dahinter steckten aber ganz verschiedene Gruppen und Motivationen: Die einen treibt die Lust an der Zerstörung, andere wollen die Welt verbessern.

Anonymous-Aktivist in Berlin. Die Gruppe verbindet Hacken mit politischen Zielen. dpa

Anonymous-Aktivist in Berlin. Die Gruppe verbindet Hacken mit politischen Zielen.

Berlin„Unsere Boote haben eure unterlegenen Raumschiffe versenkt“ - so spottete die Hackergruppe Lulzsec nach einem Angriff auf die Plattform für das Science-Fiction-Spiel Eve Online. Diese Hacker agierten „just for the lulz“, nur so aus Spaß - oder um den attackierten Zielen zu zeigen, dass ihre Absicherung mangelhaft ist. Andere haben eine politische Agenda, viele verfolgen kriminelle Absichten, und manche dringen im Auftrag einer staatlichen Macht in fremde Computersysteme ein. Allerdings ist der Begriff Hacker sehr schillernd. Die ursprüngliche Bedeutung, für die Lösung eines Problems schnell ein paar Zeilen Software zu schreiben, pflegt etwa noch das Projekt „Random Hacks of Kindness“ (RHOK), dessen Teilnehmer Programme für einen guten Zweck entwickeln.

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Die EU hatte zu Guttenberg als Berater für Netzfreiheit präsentiert - und viel Kritik geerntet. Jetzt prüft sie die Zusammenarbeit mit echten Netzaktivisten. Sie haben beim arabischen Frühling schon Expertise bewiesen.

„Ich denke schon, dass dieses Jahr in gewisser Weise das Jahr der Hacker war“, sagt Constanze Kurz, Sprecherin des Chaos Computer Clubs (CCC). „Die Demonstrationen, die wir im realen Raum von der Straße kennen, haben sich jetzt ins Netz übertragen - auch mit neuen Dimensionen vom Umfang her.“

Der CCC analysierte eine Schadsoftware für staatliche Zwecke und stieß damit im Oktober eine heftige Debatte an: Unter dem ans Münchener Oktoberfest angelehnten Schlagwort „Ozapftis“ ging es um die Frage, inwieweit Ermittler-Software Computer von Verdächtigen anzapfen darf, um deren Kommunikation zu überwachen.

Vorher schon waren Behörden und Unternehmen mehrfach von „Hacktivisten“ der Gruppe Anonymous vorgeführt worden. Hacktivismus, das ist „die Fusion von Hacking und Aktivismus, von Politik und Technologie“, wie es ein Autor mit dem Netznamen metac0m definiert.

„Ich glaube, 2011 war nicht das aktivste, aber das sichtbarste Jahr der Hacktivisten“, sagt Stephan Urbach von der internationalen Netzaktivisten-Gruppe Telecomix. „Wir zeigen stolz auf das, was wir geleistet haben. Hey, wir sind eh die neuen Rockstars, es wird Zeit, dass die Leute das auch mitbekommen.“ Die Telecomix-Tüftler halfen der syrischen Opposition dabei, die Zensursysteme der Regierung zu umgehen, so dass „Menschen dank der Arbeit einiger Aktivisten frei und unbeobachtet kommunizieren konnten“.

Anonymous beruht „auf einer festen antihierarchischen Ethik, die keine Promis erzeugen will, und ihre Aktionen sind offen für alle, die dazu beitragen wollen“, erklärt die New Yorker Kulturwissenschaftlerin und Hacker-Expertin Gabriella Coleman in einem Beitrag für die Zeitschrift „Public Culture“. Diesen Hackern gehe es um liberale Grundüberzeugungen wie Meinungs- und Informationsfreiheit und darüber hinaus um den „Nervenkitzel, in Computer einzubrechen (manchmal als Cracking bezeichnet), bei dem es ebenso um das Übertreten von Grenzen geht wie ums Lernen und Erkunden“.

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