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27.03.2003

14:04 Uhr

„24 Stunden für Schalke da“

Teamchef Wilmots verspricht Einsatz pur

Lediglich ein kleines Häuflein Fußball-Profis hatte Marc Wilmots am ersten Arbeitstag als neuer Teamchef beim FC Schalke 04 um sich versammelt. Zehn gesunde Spieler und drei Rekonvaleszenten verloren sich am Donnerstagmorgen im weiten Rund des Parkstadions, um am Tag nach der Entlassung von Frank Neubarth pünktlich um 10.00 Uhr unter der Leitung des Belgiers gut eineinhalb Stunden ihre Übungen zu absolvieren: Aufwärmen, ein wenig acht gegen drei (mit Wilmots), Flanken, Torschusstraining. Es wurde viel gelacht und gefeixt - Schalke als kleine "Spaßgesellschaft".

Schalkes neuer Teamchef Marc Wilmots. Foto: dpa

Schalkes neuer Teamchef Marc Wilmots. Foto: dpa

HB/dpa GELSENKIRCHEN. Denn von den Stammkräften waren nur Victor Agali, Gerald Asamoah, Sven Vermant, Tomasz Waldoch und Torhüter Frank Rost dabei. Neben den für die Länderspiele am Wochenende abgestellten Akteuren wie Sand und Poulsen (Dänemark), Mpenza (Belgien), Rodriguez (Uruguay), Hajto (Polen) oder Böhme, der mit der DFB-Elf am Samstag gegen Litauen antritt, fehlten zahlreiche Verletzte. Darunter auch Andreas Möller, der sich am Mittwoch einen Muskelfaserriss in der rechten Wade zuzog und erneut einige Zeit fehlen wird. "Ich habe mit Andi gesprochen. Er ist sehr enttäuscht, weil er unbedingt die letzten acht Saisonspiele mitmachen will", sagte Wilmots nach dem Training. "Er hat eine absolut professionelle Einstellung. Aber er muss richtig fit sein. "

Trotz des Mini-Kaders, zu dem auch Ex-Profi und Amateur-Co-Trainer Michael Büskens gehört, strahlt Wilmots viel Zuversicht aus. Er will den Rest der Woche vor allem dazu nutzen, "mit jedem intensiv zu reden". Richtig los mit der Vorbereitung auf das Spiel in Nürnberg geht es am Montag, wenn die Nationalspieler und auch einige angeschlagene Profis wie Kmetsch, van Hoogdalem oder van Kerckhoven wieder dabei sind. "Ich habe zwar große Personalprobleme. Aber in der nächsten Woche kommen hoffentlich einige zurück. Dann sieht es schon besser aus", meinte der Teamchef.

Wilmots stellte klar, dass er sich ab sofort voll auf seine Aufgabe als Coach konzentrieren werde. Sein Vorhaben, vom Sommer an in die belgische Politik zu gehen, wo er für den Senat kandidiert, beeinträchtige sein Engagement in keiner Weise. "Bis zum 24. Mai habe ich Vertrag auf Schalke. Bis dahin bin ich Tag und Nacht für den Verein da. Ich mache sicher nicht zwei Sachen gleichzeitig nur zu 50 %. Das ist nicht mein Stil", betonte der 34-Jährige. "Der Verein hat mir so viel gegeben. Jetzt kann ich einiges zurückzahlen."

Seine Hauptaufgabe sieht der UEFA-Cup-Sieger von 1997 darin, die Mannschaft auf eine gemeinsame Linie einzuschwören und wieder Ruhe in die Truppe zu bringen, nachdem in den letzten Monaten wiederholt Interna nach außen drangen. "Damit ist jetzt Schluss. Alles wird intern behandelt. Das ist ganz wichtig. Denn wir wollen unbedingt in den UEFA-Cup. Und dazu müssen wir ein Team sein, ähnlich wie 1997. Wir brauen eine Truppe, die sich voll mit dem Verein identifiziert."

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