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14.06.2000

14:28 Uhr

249 Fondsmanager, die ein Vermögen von 8,9 Mrd. Dollar verwalten, wurden befragt

Fondsmanager planen höheren Aktien- und Bondbestand

Die Portfoliomanager gingen davon aus, dass sich das Wachstum in der gesamten Welt abschwächen werde und die Zinsen in den USA, Großbritannien und Europa bald ihren höchsten Stand erreichen dürften.

Reuters LONDON. Fondsmanager in der ganzen Welt wollen einer Umfrage zufolge in Erwartung einer weichen Konjunkturlandung in den USA ihren Bestand an Aktien und Anleihen zu Lasten ihrer Barreserven erhöhen. Das geht aus der monatlichen Umfrage der Marktforscher Gallup im Auftrag der US-Investmentbank Merrill Lynch hervor. .

"Die Einschätzung, dass die Zinsen in der westlichen Hemisphäre bald auf ihrem Höchststand angekommen sind, wird die Fondsmanager weltweit in Aktien und Anleihen treiben", sagte Trevor Greetham, Globalstratege bei Merrill Lynch. Um sich in Aktien und Anleihen engagieren zu können, wollten sich die Fondsmanager von einem Teil ihrer hohen Barreserven trennen, hieß es weiter. Die Fondsmanager zeigten sich überzeugt, dass der US-Konjunktur eine "weiche Landung" gelingen werde.

Die Umfrage unter den Portfoliomanagern fand zwischen dem 2. Juni und dem 7. Juni und damit noch vor der Zinserhöhung der Europäischen Zentralbank (EZB) am 8. Juni statt. Insgesamt wurden (18,1 Mrd. DM) verwalten. Die EZB hatte am Donnerstag die Leitzinsen in der Eurozone für die Finanzmärkte überraschend deutlich um je einen halben Prozentpunkt erhöht und damit weiteren Zinsspekulationen bis auf Weiteres den Wind aus den Segeln genommen.

Die Fondsmanager gingen allerdings überwiegend davon aus, dass Anleihen in der Zukunft besser als Aktien abschneiden dürften, da die Abschwächung des globalen Wachstums zu niedrigeren Unternehmensergebnissen führen dürfte.

Zyklische Aktien wurden der Umfrage zufolge auf Grund der erwarteten Abschwächung des globalen Wirtschaftswachstums weniger nachgefragt. Aktien aus dem Technologie-, Medien- und Telekombereich (TMT) zeigten sich dagegen wieder im Aufwind. In der Mai-Umfrage waren noch 73 % der befragten Fondsmanager der Ansicht, dass TMT-Wertpapiere überteuert seien. Im Juni fiel diese Zahl auf 53 % zurück. Etwa 19 % gaben bei der neuesten Umfrage an, dass sie ihre wieder TMT-Titel zukaufen wollten. Zu Lasten der zyklischen Werte kauften die Fondsmanager auch wieder Dividendenpapiere von Banken und Versorgern.

Angesichts der erwarteten Abschwächung und weichen Landung der US-Konjunktur rechneten die Fondsmanager mit einer anhaltenden Erholung des Euro. Rund 75 % der befragten Portfoliomanager gingen davon aus, dass die europäische Gemeinschaftswährung im kommenden Jahr die stärkste Valuta in der gesamten Welt sein werde. Damit erhielt der Euro die größte Unterstützung der Fondsmanager seit Beginn der Umfrage.

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