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19.06.2000

09:57 Uhr

ap STUTTGART. Die bundesweite Urabstimmung zur Billigung des Tarifkomprommisses für die 3,1 Mill. Arbeiter und Angestellten im öffentlichen Dienstes ist am Montag angelaufen. Die Gewerkschaft Öffentliche Dienste, Transport und Verkehr rief 650 000 Mitglieder und die Deutsche Angestellten-Gewerkschaft 110 000 Mitglieder auf, über ein Ende des Tarifkonflikts zu entscheiden. Die Gewerkschaften zeigten sich optimistisch, dass die notwendige Zustimmungsquote von 25 % bei der ÖTV beziehungsweise 30 % bei der DAG erreicht wird, um den Abschluss unter Dach und Fach zu bringen und den Streik endgültig abzuwenden.

Die Tarifparteien hatten sich in der vergangenen Woche in Stuttgart auf einen Kompromiss geeinigt. Er sieht vor, dass die Beschäftigten bei Bund, Ländern und Gemeinden in Ost und West Einmalzahlungen von jeweils 100 DM für die Monate April, Mai, Juni und Juli erhalten. Vom 1. August an sollen die Löhne und Gehälter um 2,0 %, ab 1. September 2001 um weitere 2,4 % steigen. Die Ostbezüge sollen in drei Stufen von derzeit 86,5 % zum 1. Januar 2002 auf 90 % des Westniveaus angepasst werden.

DAG-Verhandlungsführer Christian Zahn hatte immer wieder für Annahme des Tarifabschlusses plädiert. Durch den Druck der ersten erfolgreichen Urabstimmung der Gewerkschaften sei es gelungen, das Schlichtungsergebnis in wichtigen Punkten zu verbessern. Auch ÖTV-Chef Herbert Mai hatte betont, dass der gefundene Kompromiss eine vernünftige Lösung sei. Besonders die unteren Lohngruppen profitierten von der vereinbarten Einmalzahlung. Bei der ersten Urabstimmung hatten sich die Mitglieder der Gewerkschaften mit Ergebnissen nur knapp über der erforderlichen Mehrheit von 70 und 75 % für einen möglichen Arbeitskampf entschieden.

Die ÖTV will das Ergebnis der zweiten Abstimmung am Mittwoch veröffentlichen, die DAG am Freitag. Der nun zur Abstimmung stehende Kompromiss sieht im Vergleich zum abgelehnten Schlichterspruch um 0,2 %punkte höhere Zuwachsraten beim Lohn und Gehalt vor. Der Vertrag hat eine Laufzeit von 31 Monaten. Bei der Angleichung der Ostbezüge an das Westniveau waren beim Schlichterspruch andere Anpassungsschritte vorgesehen.



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