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16.01.2002

16:20 Uhr

2500 Stellen sollen 2002 wegfallen

Opel will Stellenabbau beschleunigen

Nach dem höchsten operativen Verlust in der Firmengeschichte will Opel den Stellenabbau beschleunigen und nach laut Betriebsrat den Beschäftigten zwei Nullrunden verordnen. 2500 Stellen sollen möglichst noch 2002 gestrichen werden, wie Opel-Chef Carl-Peter Forster am Mittwoch in Frankfurt am Main ankündigte.

ap FRANKFURT/MAIN. Ursprünglich war ein Zeitraum bis 2003 vorgesehen. Mit einem Minus von 674 Mill. Euro hatte Opel 2001 einen Rekordverlust im operativen Geschäft eingefahren. Dank eines Gewinns der Opel Bank blieb unter dem Strich aber ein Plus von 87 Mill. Euro. Auch für dieses Jahr geht Opel von einem operativen Verlust aus.

2003 wolle das Unternehmen aber die Gewinnschwelle erreichen, betonte Forster. Nach Angaben des Betriebsratschef in Bochum, Peter Jaszczyk, hat der Vorstand verlangt, für die Jahre 2002 und 2003 eine Nullrunde bei Löhnen und Gehältern durchzuhalten. Ferner solle das Weihnachtsgeld von 100 auf 55 Prozent gekürzt werden. Und das Jubiläumsgeld für die langjährigen Mitarbeiter solle entfallen.

"Das geht an den Nerv. Das machen wir nicht mit. Da ist bundesweit Ärger vorprogrammiert bis zum Streik", meinte Jaszczyk. Der IG-Metall-Bezirksleiter Frankfurt, Klaus Mehrens, bezeichnete den geplanten Leistungsabbau als "Irrweg". Die "katastrophale Ergebnisverschlechterung im vergangenen Jahr" sei eine Nachwirkung von Managementfehlern aus der Vergangenheit.

Forster erklärte, der Wegfall einer Produktionsschicht im Bochumer Werk solle von August in den Mai vorgezogen werden. Das Maßnahmenpaket, das aktuell geprüft werde, reiche von Vorruhestandsreglungen und Abfindungsprogrammen bis zu Konzepten zur Flexibilisierung der Arbeitszeit.

Die Umsatzerlöse verringerten sich 2001 auf 16,024 Mrd. Euro (2000: 17,121 Mrd. Euro). Die Zahl der Mitarbeiter sank auf 37 707 gegenüber 42 668 im Jahr 2000. Der Fahrzeugabsatz ging um 5,6 Prozent auf 1,21 Millionen Fahrzeuge zurück. In Deutschland verbuchte das Unternehmen ein Minus von fünf Prozent.

Hohe Kosten und Überkapazitäten

Die maßgebliche Gründe des Rekordverlustes lägen in "zu hohen Struktur-, Vertriebs- und Verwaltungskosten, Überkapazitäten, nicht ausreichenden Deckungsbeiträgen sowie in einem zu kleineren Modellen hin verschobenen Modellmix", erklärte Forster. Nichtsdestotrotz habe Opel im vergangenen Jahr Rekordinvestitionen von rund 900 Millionen Euro getätigt. "In den Jahren 2002 bis 2006 werden europaweit Investitionen von zehn Milliarden Euro in die Modelloffensive und Entwicklung von Opel- und Vauxhall-Fahrzeugen geleistet."

Forster kündigte eine Modelloffensive an: "Bei Opel steht jetzt das Produkt im Mittelpunkt. Wir werden durchschnittlich alle sechs Monate ein neues Fahrzeug vorstellen. Dazu haben wir all unsere Kräfte gebündelt. General Motors unterstützt uns dabei uneingeschränkt."

Die künftige Wettbewerbsfähigkeit sichere Opel durch das Restrukturierungsprogramm Olympia. Neben dem Stellenabbau will die Firmenleitung die Zahl der Opel-Autohäuser und-Werkstätten von derzeit knapp 2300 auf etwa 1700 senken. Opel leidet wie die ebenfalls zum General-Motors-Konzern zählenden Marken Saab und Vauxhall unter einer Überkapazität von insgesamt bis zu 350 000 Fahrzeugen pro Jahr.

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