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23.01.2003

13:44 Uhr

3,4 Milliarden Euro Konzernumsatz

Wella mit Plus bei Umsatz und Ergebnis

Der Kosmetik-Konzern Wella in Darmstadt hat das Jahr 2002 mit einem deutlichen Plus bei Umsatz und Ergebnis abgeschlossen. Dieser Trend soll sich 2003 fortsetzen.

Reuters DARMSTADT. Der Kosmetikkonzern Wella hat 2002 seinen Umsatz unter anderem durch mehrere Akquisitionen um rund elf Prozent erhöht und erwartet im laufenden Jahr ein Wachstum in ähnlicher Höhe. Das operative Ergebnis (Ebit) sei voraussichtlich überproportional gewachsen und werde auch 2003 weiter steigen, teilte Wella am Donnerstag mit.

Analysten nahmen die Zahlen positiv auf und schlossen eine seit langem vermutete Übernahme der Darmstädter Firma durch den Konsumgüterkonzern Henkel für dieses Jahr nicht aus. Die Wella-Aktien notierten am Mittag mit 1,5 Prozent im Plus bei 55 Euro.

Der kursbereinigte Umsatz stieg Wella zufolge 2002 nach vorläufigen Zahlen um elf Prozent auf 3,4 Milliarden Euro. Im November hatte das Unternehmen für das Gesamtjahr ein Plus von zehn bis 14 Prozent angepeilt. Im vierten Quartal sei der Umsatz kursbereinigt um etwa 13 Prozent gewachsen. Endgültige Zahlen will das Unternehmen am 8. April veröffentlichen.

Analysten bewerten die Zahlen positiv

"Alles in allem sind die Zahlen recht positiv, besonders der Ausblick", sagte Sven Madsen, Finanzanalyst bei ING BHF-Bank. Damit liege Wella ganz vorne in der Industrie. Thomas Jökel von Union Investment sagte, der Konzern stärke kontinuierlich den Markennamen Wella.

Im vierten Quartal habe sich das Geschäft mit Kosmetik und Düften besonders durch das Weihnachtsgeschäft positiv entwickelt, teilte das im Nebenwerte MDax gelistete Unternehmen weiter mit. Die Umsatzsteigerung im Endkundengeschäft (Consumer) in Deutschland sei in den vergangenen drei Monaten klar zweistellig gewesen. Allerdings sei die Entwicklung dieser Sparte im Gesamtjahr in Deutschland leicht rückläufig.

Akquisitionen sorgen für Umsatzplus

Das Umsatzplus im Gesamtjahr von elf Prozent kam unter anderem durch Akquisitionen zu Stande. Im August hatte das Unternehmen die US-Haarpflegefirma Graham Webb International erworben. Das habe zu einem Wachstum in Nordamerika von mehr als 20 Prozent beigetragen, hieß es. Das Friseurgeschäft sei 2002 insgesamt um knapp zehn Prozent gewachsen. Das Geschäft mit Kosmetik und Düften habe von dem Erwerb einiger Kosmetikfirmen, darunter Yardley of London sowie Escada Beauté, Tony&Tina und Atkinsons profitiert. Diese Sparte sei bereinigt um knapp 22 Prozent gewachsen.

Seit vergangenem Jahr gibt es Spekulationen um eine Übernahme von Wella. "In diesem Sektor wird sich 2003 etwas tun", prognostizierte Madsen. Vermutlich werde Henkel Wella erwerben. Im Oktober hatte Reuters erfahren, dass Henkel an den Wella-Beirat wegen einer möglichen Übernahme im Volumen von bis zu 5,3 Milliarden Euro herangetreten sei. Wella hatte die Offerte als zu niedrig bewertet. Henkel zögert aber, sein Angebot zu erhöhen.

Niemand könne Wella übernehmen, ohne vorher die Familie zu überzeugen, sagte Jökel. Der Kosmetikkonzern sei ein attraktives Ziel. Befände sich das Unternehmen im Streubesitz, wäre es schon längst übernommen worden, sagte der Experte.

Der Traditionskonzern wird mehrheitlich von den Nachfahren der Familie Ströher kontrolliert, die über 78 Prozent der Stammaktien halten. Die Familie soll nach Angaben aus dem Unternehmen nahe stehenden Kreisen über einen Verkauf geteilter Ansicht sein.

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