Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

04.07.2000

20:54 Uhr

dpa PARIS. Gegen die Frau des Pariser Bürgermeisters Jean Tiberi ist am Dienstag wegen gefälschter Wahlverzeichnisse bei den letzten Pariser Kommunalwahlen 1997 ein Ermittlungsverfahren eröffnet worden. Sie und ihr von verschiedenen Affären belasteter Mann, seit 1995 Nachfolger im Pariser Bürgermeisteramt des jetzigen Staatspräsidenten Jacques Chirac, sollen bei der Kommunalwahl 1997 in mehreren Bezirken in die Manipulation von Wählerverzeichnissen zu Gunsten Tiberis neogaullistischer Partei RPR verwickelt sein.

Das Verfahren wurde auf Grund einer Aussage von Raymond Nentien eröffnet, Generalsekretär im Bürgermeisteramt des fünften Bezirks in Paris, gegen den wegen des Wahlskandals ebenfalls ein Ermittlungsverfahren läuft. Er hatte am Dienstag ausgesagt, Tiberi und seine Ehefrau Xaviere seien in den Betrug verwickelt.

Nach neuesten Erkenntnissen waren die Wählerverzeichnisse in dem Bezirk um fast 3 000 Wähler aus dem RPR-Lager illegal erweitert worden, wodurch Tiberi, damaliger Bürgermeister im fünften Bezirk, knapp gegen die Sozialisten gewonnen hatte. Tiberi bezeichnete die Vorwürfe als "lächerliche Lügen".

Gegen Tiberis Ehefrau lief bereits im Dezember letzten Jahres ein gerichtliches Verfahren, bei dem ihr vorgeworfen wurde, Honorare in Höhe von 200 000 Francs (rund 60 000 DM) für eine Scheineinstellung kassiert zu haben. Zwar war dieses Verfahren wegen eines Formfehlers eingestellt worden, die Partei RPR hatte Tiberi aber unter anderem wegen dieser Affäre nicht mehr als Kandidat für die kommenden Kommunalwahlen im nächsten Frühjahr aufgestellt.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×