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17.01.2001

10:12 Uhr

300 Millionen werden in neue Techniken investiert

T-Mobil erwartet 2001 bis zu fünf Millionen Neukunden

Allein im Dezember gewann D1 rund 1,6 Millionen Kunden hinzu, während die Zahl der WAP-Nutzer von Oktober bis zum Jahresende die Millionengrenze überschritt, so das Unternehmen.

vwd BONN. Nach dem Rekordwachstum des vergangenen Jahres erwartet T-Mobil 2001 mit 4,5 bis fünf Millionen eine deutlich geringere Zahl an Neukunden im D1-Netz. Dabei dürfte der Anteil der weniger rentablen Prepaid-Kunden ohne vertragliche Bindung, die Kartenguthaben abtelefonieren, weiter von 52 auf 60 % steigen, wie das Management der Tochter der Deutsche Telekom AG, Bonn, am Dienstagabend in Bonn ausführte. Es will an mehr als die Hälfte der neuen Kunden WAP-Handys zur mobilen Datenkommunikation verkaufen. GPRS, die nächste Stufe für Internet via Mobiltelefon, werde T-Mobil als erster Anbieter bundesweit am 1. Februar starten.

Er sei optimistisch für die weitere Zukunft des Unternehmens, resümierte Rene Obermann, der Geschäftsführungsvorsitzende der Deutsche Telekom MobilNet GmbH, in seinem Jahresrückblick. 2000 habe sich die Gesellschaft mit einer Steigerung um 10,1 Millionen auf 19,14 Millionen Kunden als Wachstumsführer behauptet: Das Plus von 111 % übertreffe die Zunahme des Gesamtmarktes, der um 104 % zulegte. Auch im ertragstärkeren Geschäft mit Vertragskunden liege T-Mobil klar vorn. Denn erst seit Dezember überwögen die Prepaid-Kunden, während der Hauptwettbewerber Mannesmann Mobilfunk schon Ende des dritten Quartals die Schwelle von 50 % deutlich überschritten habe.



Positive Entwicklung in der zweiten Jahreshälfte

Auch der Umsatz und vor allem das Ergebnis haben sich nach Obermanns Worten besonders in der zweiten Jahreshälfte positiv entwickelt: "T-Mobil war auch im Jahr des größten Kundenzuwachses ein profitables Unternehmen." Im vierten Quartal hätten sich die Margen sogar noch leicht verbessert. Mittel- und langfristig müsse jedoch noch am Ergebnis gearbeitet werden, was durch Steigerung von Effizienz und Qualität, Senkung der Kundengewinnungskosten und Erhöhung des Umsatzes pro Teilnehmer erreicht werden solle. Erste Zahlen zum Geschäftsjahr 2000 sollen kommende Woche zusammen mit den Eckdaten des Mutterkonzerns Deutsche Telekom AG veröffentlicht werden.

Allein im Dezember gewann D1 rund 1,6 Millionen Kunden hinzu, während die Zahl der WAP-Nutzer von Oktober bis zum Jahresende die Millionengrenze überschritt. 2001 rechnet T-Mobil bei WAP mit dem Durchbruch auf dem deutschen Markt, wogegen sich insgesamt das Wachstum mit einer Zunahme von 48 auf 60 Millionen Mobilfunkkunden abschwächen dürfte. Zumindest in den nächsten Jahren ungebrochen ist nach Obermanns Ansicht aber der Boom bei SMS-Kurzmitteilungen via Handy, von denen 2000 mehr als 5,5 Milliarden über das D1-Netz verschickt wurden. Die Zahl der GPRS-Nutzer dürfte 2001 allerdings noch unter einer Million bleiben.



300 Millionen werden in neue Techniken investiert

Zum kommerziellen Start dieser Mobilfunktechnik, bei der nicht mehr nach Zeit, sondern nach Datenmengen abgerechnet wird, wartet T-Mobil mit drei neuen Angeboten auf: einem Börsenticker mit maßgeschneiderten Aktien-Informationen nach Wunsch, einem "Chat- und Dating-Dienst" und einem "virtuellen Haustier" nach Art des Tamagotchi. Zunächst stehen bei GPRS Übertragungsraten von rund 20 Kilobyte pro Sekunde zur Verfügung, die im zweiten Quartal verdoppelt werden sollen. Die Kosten für die Übertragung liegen zwischen 0,19 und 0,69 DM pro zehn Kilobyte. Hinzu kommt entweder eine tägliche Einwahlgebühr oder ein monatlicher Grundpreis. Rund 300 Mill. DM hat T-Mobil in die neue Technik investiert.

Viele Anwendungen und Dienste sind in den kommenden Wochen und Monaten laut Obermann auch bei dem mobilen Internetportal T-Motion geplant. Einzelheiten dazu sollen Ende März auf der IT-Messe CeBit in Hannover verkündet werden. Qualitative Verbesserungen für die Handy-Nutzer soll der weitere Ausbau der Antennen-Standorte bringen, deren Zahl dieses Jahr um 4 000 auf 19 000 gesteigert werden soll. Allein an den Autobahnen sollen 450 neue Standorte hinzukommen. Protesten von Anwohnern, die man sehr ernst nehme, wolle T-Mobil vor allem durch "Aufklärung" und "Dialog" begegnen, sagte Obermann.

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