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20.01.2003

13:19 Uhr

31. Januar ist der Stichtag

Neues Börsensegment: Einige Dax-Firmen zögern noch

Einige Dax-Unternehmen sehen mit der Neuordnung der Börsensegmente zusätzliche Kosten auf sich zukommen und haben wegen Gesprächsbedarf bislang noch keine Zulassungsanträge gestellt.

Reuters MÜNCHEN/FRANKFURT. So sagten Vertreter der Lufthansa und von Infineon am Montag, sie führten noch Gespräche mit der Deutschen Börse über die Aufnahme in den Prime Standard und begründeten dies mit dem Mehraufwand durch die Neugliederung der Aktienmarktsegmente. Die Börse hat ihren Aktienmarkt im vergangenen Jahr in den so genannten Prime Standard, mit hohen Zulassungsvoraussetzungen, und den General Standard, mit geringeren Anforderungen geteilt. Wer Mitglied in den bekannten Indizes wie etwa dem Deutschen Aktienindex (Dax) sein will, muss eine Zulassung zum Prime Standard haben. Den Daten der Deutschen Börse zufolge haben neben Lufthansa und Infineon auch Siemens, Münchener Rück und BASF noch keine Zulassung zum Prime Standard.

Firmen sehen Gesprächsbedarf

Infineon-Finanzvorstand Peter Fischl sagte in München, formal sei der Aufnahmeantrag noch nicht eingereicht. Es gebe Gesprächsbedarf, weil die Aufnahme in den Prime Standard mit einem Mehraufwand etwa für Publizität verbunden sei. "Gehen Sie aber davon aus, dass wir nicht die Absicht haben, aus dem Dax abzusteigen", sagte Fischl.

Auch die Deutsche Lufthansa teilte mit, sie führe noch Gespräche mit der Börse. "Es geht um Kostendinge", sagte eine Sprecherin. Die Fluglinie werde den Antrag aber stellen. Ein Sprecher der weltgrößten Rückversicherung Münchener Rück sagte, es gebe noch Klärungsbedarf. Zu den unklaren Punkten gehöre etwa, dass die Gebührenordnung für das Segment noch nicht verabschiedet sei.

Eine Siemens-Sprecherin wollte keinen Kommentar abgeben, von BASF war zunächst keine Stellungnahme zu erhalten. Eine Börsen-Sprecherin sagte: "Wir gehen davon aus, dass die Unternehmen dabei sein werden".

Indexmitgliedschaft als Differenzierungsmerkmal

Das Nachrichtenmagazin "Focus" berichtete in seiner aktuellen Ausgabe unter anderem, die Firmen zögerten, weil sie sich von kleinen Unternehmen des Neuen Marktes abgrenzen wollten, denen der Prime Standard auch offen steht. "Die Vorgaben im Prime Standard gelten für alle Unternehmen einheitlich, eine Differenzierung erfolgt durch die Indizes", sagte die Börsensprecherin dazu. So ist unterhalb des 30 Top-Aktien umfassenden Dax ein auf 50 Werte verkleinerter MDax mittelgroßer Firmen vorgesehen. An die Stelle des Nemax50 soll ein 30 Werte umfassender TecDax treten. Nach Angaben der Börse haben bereits 340 der rund 900 möglichen Antragsteller eine Zulassung für den Prime Standard erhalten.

Der 31. Januar ist der Stichtag für eine Firmen-Rangliste, die der Bildung der Indizes per Ende März zu Grunde liegt. Will ein Unternehmen in einem der Indizes dabei sein, muss es bis dahin eine Zulassung zum Prime Standard haben.

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