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04.03.2003

14:32 Uhr

315 000 Ermittlungsverfahren

Illegale Beschäftigung in Deutschland nimmt zu

Die illegale Beschäftigung hat in Deutschland weiter zugenommen. Im vergangenen Jahr wurden in 315 000 Fällen Ermittlungsverfahren eingeleitet, teilte die Bundesanstalt für Arbeit in Nürnberg am Dienstag mit. Das waren 4 000 Fälle mehr als ein Jahr zuvor. An Verwarnungs- und Bußgeldern wurden 127,5 Mill. Euro festgesetzt, ein Plus von 8,5 Mill. Euro.

HB/dpa NÜRNBERG. Den größten Zuwachs gab es auf dem Bau. Dort führten Verstöße gegen den im Arbeitnehmer-Entsendegesetz festgelegten Mindestlohn zu Geldbußen von mehr als 67 Mill. ? (Vorjahr: 53 Millionen). 25 Mill. ? mussten wie im Vorjahr wegen Unregelmäßigkeiten mit der Arbeitserlaubnis gezahlt werden, zehn Mill. ? (Vorjahr: 14 Millionen) wegen unerlaubter Arbeitnehmerüberlassung. Auf Fälle des Leistungsmissbrauchs waren 13 Mill. ? (Vorjahr: 14 Millionen) an Geldbußen zurückzuführen.

Gerichte verhängten auf Grund von Ermittlungen der Hauptzollämter Geldstrafen in Höhe von 2,9 Mill. ? sowie Freiheitsstrafen, die sich auf insgesamt 227 Jahre summierten. Dabei wurde ein Schaden von 195 Mill. ? an nicht geleisteten Abgaben und Sozialversicherungsbeiträgen aufgedeckt (Vorjahr: 180 Millionen). 21,6 Mill. ? konnten durch Abschöpfung des illegal erworbenen Vermögens gesichert werden.

"Illegale Beschäftigung ist kein Kavaliersdelikt", betonte die Bundesanstalt. Der öffentlichen Hand und der Sozialversicherung würden dadurch hohe Summen vorenthalten. Auch die Wirtschaft leide darunter, da sich der Wettbewerb verzerre. Neben dem Bau kontrollierten die Behörden verstärkt in der Personen- und Güterbeförderung, im Reinigungsgewerbe, in Schlachthöfen und Fleisch verarbeitenden Betrieben.

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