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07.01.2003

14:29 Uhr

320 Kündigungen allein in München

Kehraus bei ICN geht weiter

Die sanierungsbedürftige Netzwerksparte ICN des Siemens-Konzerns will an ihrem Hauptstandort in München rund 320 betriebsbedingte Kündigungen aussprechen. IG Metall und Betriebsrat kündigten Widerstand dagegen an.

Reuters MÜNCHEN. Siemens teilte am Dienstag mit, entsprechend einer Vereinbarung mit dem Betriebsrat vom Oktober 2002 sei für rund 320 ICN-Mitarbeiter des Standortes Hofmannstraße das Verfahren zur betriebsbedingten Kündigung eingeleitet worden. Rund 400 Mitarbeiter der ICN-Zentrale in München würden in eine Beschäftigungsgesellschaft überführt, wo sie zeitlich befristet bei der Arbeitsplatzsuche unterstützt werden. Etwa 250 ICN-Mitarbeiter hätten Auflösungsverträge akzeptiert.

Heribert Fieber, Betriebsratschef des Standortes Hofmannstraße, sagte der Nachrichtenagentur Reuters, einschließlich der am selben Standort arbeitenden Beschäftigten des Siemens-Bereichs ICM müssten sogar 365 Mitarbeiter mit betriebsbedingten Kündigungen rechnen. Einem hohen Anteil dieser Kündigungen werde der Betriebsrat widersprechen. Fieber kritisierte, dass die Betriebsleitung für den Stellenabbau zum Teil Mitarbeiter angesprochen habe, die etwa wegen ihres Alters nur schlechte Chancen am Arbeitsmarkt hätten. "Die Sozialauswahl, die Siemens hätte treffen können, ist nicht gelungen", sagte er.

Die Gewerkschaft IG Metall werde ihren Mitgliedern Rechtsschutz gegen die Kündigungen gewähren, sagte Michael Leppek, IT-Spezialist der IG Metall in München. Auch er bemängelte die Auswahl der Mitarbeiter. "Das ist für uns ein Frontalangriff gegen das Kündigungsschutzgesetz", sagte er.

Der Siemens-Bereich ICN stellt unter anderem Netzwerke für Telekommunikationsunternehmen her, für die die Nachfrage stark eingebrochen ist. Um seine Kapazitäten anzupassen, hatte ICN mit den Arbeitnehmervertretern den Abbau von bis zu 1 100 Stellen über die interne Beschäftigungsgesellschaft, durch Auflösungsverträge und als letztes Mittel auch durch Kündigungen vereinbart.

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