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02.04.2003

13:14 Uhr

40 Punkte eventuell zu wenig

Abstiegskampf pur: 3 aus 10 gesucht

Mit 40 Punkten ist in der Fußball-Bundesliga niemand mehr auf der sicheren Seite. Acht Runden vor dem Saisonschluss drängeln sich im spannenden Abstiegskampf gleich zehn Kandidaten vor dem Fahrstuhl Richtung 2. Liga.

HB/dpa DÜSSELDORF. Dabei trennen den Tabellen-16. 1. FC Nürnberg und den-10. TSV München 1860 ganze sechs Punkte. Bei dieser Dichte im Endspurt droht eventuell ein Abstiegs- Rekord am Saisonende. Noch nie in der Bundesliga-Geschichte ist ein Team mit 41 Punkten (nach der 3-Punkte-Regelung) abgestiegen. Bislang galt die Devise: 40 Zähler reichen zum Klassenverbleib. Bis auf zwei Ausnahmen traf dies auch zu. Legt man die 3-Punkte-Regel zu Grunde, dann erwischte es Hertha BSC Berlin in der Saison 1979/80 mit eben 40 Zählern. 1968/69 hätte es bei drei Absteigern und 3- Punkte-Regelung den MSV Duisburg mit 40 Punkten getroffen. Laut Statistik ist nur eines sicher: Mindestens eine Mannschaft, die nach 26 Spieltagen auf einem Abstiegsplatz stand, musste am Ende auch eine Etage tiefer. In der vergangenen Saison traf es gleich alle drei.

In diesen Zeiten versuchen die betroffenen Teams, mit besonderen Maßnahmen erfolgreich zu sein. So hat der auf den vorletzten Tabellenplatz gestürzte Meisterschaftszweite des Vorjahres, Bayer Leverkusen (27 Punkte), mit Jürgen Kohler schnell noch einen neuen Sportdirektor verpflichtet. Der gab gleich die Devise aus: "Fehleranalyse in Ruhe und mit kühlem Kopf." Borussia Mönchengladbachs (29) neuer Trainer Ewald Lienen setzt vor der Partie bei München 1860 (34) auf Luftveränderung und zog in ein fünftägiges Trainingslager vor dem Auswärtsspiel. "In außergewöhnlichen Situationen muss man auch außergewöhnliche Maßnahmen ergreifen. Damit möchte ich jetzt ein Zeichen setzen", sagte der Borussen-Coach. Kollege Peter Neururer vom VfL Bochum (30) hofft auf die Rückkehr seiner verletzten Profis und ruft eine neue Zeitrechnung aus. "Für uns fängt Samstag die Saison neu an. Und wir wollen Meister der letzten acht Spiele werden", sagte Neururer in einem Interview mit der Tageszeitung "Die Welt".

Beim 1. FC Kaiserslautern (31) könnte das Bleiben von Nationalspieler Miroslav Klose zusätzliche Kräfte freisetzen. Allerdings haben die Pfälzer als einziges Team aus dem Kandidatenkreis nur noch drei Heimspiele, München 1860 hingegen fünf, alle anderen acht Mannschaften vier. Auch das Restprogramm der zehn bedrohten Clubs ist recht unterschiedlich. Arminia Bielefeld (31) und Borussia Mönchengladbach treten in den restlichen acht Partien jeweils noch sieben Mal gegen unmittelbare Konkurrenten an. Hannover 96 (32), Hansa Rostock (31), Energie Cottbus (23), Bayer Leverkusen und der VfL Bochum müssen hingegen jeweils noch vier Mal gegen Teams aus dem oberen Tabellendrittel antreten.

Ewald Lienen sieht darin nicht unbedingt einen Vorteil für seine Mannschaft. "Leichte Gegner gibt es ohnehin nicht mehr. Die unmittelbaren Konkurrenten werden uns auch nicht den Gefallen tun, nur fünf Prozent rauszunehmen", sagte der Gladbacher Trainer.

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