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10.03.2004

12:03 Uhr

500 Millionen Nutzer erwartet

China wartet auf 3G-Technologie

Die dritte Mobilfunkgeneration soll der chinesischen Telekommunikation etwas auf die Sprünge helfen. Der chinesische Markt hat einen hohen Nachholbedarf, gerade einmal jeder fünfte Einwohner verfügt über ein Mobiltelefon. Dabei bietet sich internationalen Anbietern ein Absatzpotenzial von 100 Millionen Endgeräten.

Bis 2007 sollen 500 Millionen Nutzer per Handy erreichbar sein.

China hofft auf die neue Technologie. Foto: dpa

bfai HONGKONG. Der chinesische Telekommunikationsmarkt ist Anfang 2004 immer noch stark reglementiert. Die ersten Schritte in Richtung Liberalisierung und Privatisierung erfolgten jedoch bereits in den letzten Jahren, und ab 2005 sollen weitere Maßnahmen folgen. In vielen Bereichen herrscht noch ein großer Nachholbedarf. So liegen die Sättigungsraten für Mobiltelefone im Durchschnitt noch unter denen vergleichbarer asiatischer Länder. Das Internet ist eines der größten Stiefkinder der Branche. Nur die wenigsten besitzen einen Anschluss ans weltweite Netz.

Die Aufteilung des ehemaligen Monopolisten China Telecom stellte den Auftakt für eine umfassende Restrukturierung des Sektors dar. Im Rahmen der WTO-Vereinbarungen wurde der Markt zudem für ausländische Beteiligungen geöffnet. Seit dem 1. Febraur 2004 sind im Festnetzbereich 50 %-ige Joint Ventures bei den sogenannten Value Added Services (z.B. Datencenter für Billing) möglich. Im klassischen Bereich der Daten- und Sprachübertragung bleiben die Grenzen enger gesteckt. Ab 2005 können sich internationale Unternehmen lediglich zu 25 % an Gemeinschaftsfirmen beteiligen. Diese Möglichkeit ist außerdem auf die Metropolen Beijing, Shanghai und Guangzhou beschränkt.

Im Mobilfunkbereich beläuft sich die Grenze ab 2004 auf 35 %, 2005 wird sie auf 49 % angehoben. Die chinesische Regierung ist in dieser Sparte wesentlich stärker an ausländischen Kapitalgebern interessiert, vor allem weil hier deutlich höhere Investitionssummen benötigt werden und die Planer auf Vorteile aus Technologietransfers setzen. Westliche Firmen halten sich aber noch stark zurück. Lediglich Vodafone verfügt über eine geringe Beteiligung an China Mobile. Die meisten internationalen Branchenkonzerne warten ab, wie sich der Zukunftsmarkt 3G entwickelt. Zudem haben sie Schwierigkeiten, ein geeignetes Kooperationsunternehmen zu finden. Da der chinesische Partner die Mehrheitsbeteiligung besitzt, schreckt viele Ausländer das Risiko. Sie sollen, so wird häufig geklagt, Kapital und Technologie bringen, während die Chinesen weiter das Sagen haben.

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