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24.01.2003

14:35 Uhr

6000 Globalisierungskritiker erwartet

Drohender Irak-Krieg überschattet Weltwirtschaftsforum

Der drohende Irak-Krieg hat das Treffen der rund 2000 Führungskräfte aus Wirtschaft und Politik beim Weltwirtschaftsforum in Davos überschattet. Der Vorsitzende der türkischen Regierungspartei AKP, Recep Tayip Erdogan, sagte am Freitag, sein Land befürchte, dass ein Irak-Krieg der Türkei große wirtschaftliche Nachteile bringen werde, besonders dem Tourismus.

HB/dpa DAVOS. "Die Stimmung ist nicht anti-amerikanisch, sondern amerika-skeptisch", sagte der Schweizer Bundespräsident Pascal Couchepin. An diesem Samstag werden in Davos mehr als 6000 Globalisierungskritiker zu einer Demonstration erwartet.

Der malaysische Ministerpräsident Mahathir bin Mohamad warnte davor, ohne UN-Resolution einen Krieg zu beginnen. Er könne wenig Vertrauen in die USA haben, solange sich die Regierung Bush nicht verpflichte, vor einem Militärschlag die Zustimmung der UN einzuholen, sagte der Regierungschef. Auch eine Supermacht müsse sich an die aufgestellten Regeln halten und könne diese nicht einfach umgehen. Sonst drohe eine Spaltung der Welt.

Der republikanische Kongress-Abgeordnete Robert Portmann verteidigte das Vorgehen der USA. Die Regierung Bush würde lieber mit einer UN-Resolution einen Militärschlag führen, sagte er. "Alle würden dies vorziehen." Doch gegebenenfalls müsse man auch ohne die Vereinten Nationen losschlagen. Es sei allerdings schwierig, sich vorzustellen, dass die USA ohne internationale Unterstützung einen Krieg führten. US-Außenminister Colin Powell wollte am Sonntag in Davos eine Rede halten.

US-Justizminister John Ashcroft bekräftigte den Kampf gegen den Terrorismus. Dabei seien auch Einschränkungen der persönlichen Freiheit in Kauf zu nehmen. Der 11. September habe die Welt verändert. "Wir haben bei der Bekämpfung des Terrorismus eine Wende vollzogen." Das Schwergewicht liege nicht mehr auf der Strafverfolgung und der Wiederherstellung der Rechtsstaatlichkeit, sondern auf der Prävention. Wer den Frieden liebe, müsse den Kampf gegen den Terror unterstützen. Die USA würden den Kampf führen. "Dabei halten wir uns an die Gesetze und die Menschenrechte", erklärte Ashcroft.

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