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24.05.2000

15:34 Uhr

dpa BRÜSSEL. Autohersteller müssen in Europa künftig die Kosten für die Entsorgung von Altfahrzeugen tragen. Die Autobesitzer hingegen werden nicht zur Kasse gebeten. Darauf einigten sich in der Nacht zum Mittwoch das Europäische Parlament und der EU-Ministerrat nach einem Verhandlungsmarathon in einem Vermittlungsausschuss. "Dies ist ein echter Durchbruch für die umweltgerechte Entsorgung von Altautos", sagte Bernd Lange, Parlamentsabgeordneter und Verhandlungsführer für die Sozialdemokraten in dem Ausschuss in Brüssel.

Der Kompromiss sieht vor, dass für Fahrzeuge, die jetzt neu zugelassen werden, die Hersteller alle Entsorgungskosten tragen müssen. Ab spätestens dem Jahr 2007 müssen sie alle Altautos zurücknehmen, die jetzt bereits zugelassen sind. Bis dahin sind nach den Angaben alle 15 EU-Mitgliedstaaten ausrücklich aufgefordert, für den Autobesitzer kostenlose Rücknahmesysteme einzurichten, wie dies bereits in Dänemark, Schweden und den Niederlanden geschieht.

Die neue Verordnung sieht weiter vor, dass ab dem Jahr 2001 jedes Altauto in der Europäischen Union bei einer zugelassenen Verwertungsstelle abgeliefert werden muss. Damit werden die Schrottautos künftig unter strengen Auflagen zerlegt und geschreddert. Maximal 15 Prozent und später nur fünf Prozent des Autos dürfen nach den Angaben auf die Deponie gelangen. Außerdem sieht die Richtlinie vor, dass in Zukunft weniger gefährliche Schwermetalle in neuen Autos vorhanden sind.

"Durch die neue Gesetzgebung wird es neue Beschäftigung bei der Entsorgung und Konstruktion von Autos geben", sagte Lange. Nach dem Vermittlungsverfahren müssen nun noch das Europäische Parlament und der Ministerrat das Ergebnis billigen. Dies wird wahrscheinlich noch vor der Sommerpause geschehen, so dass die Richtlinie noch in diesem Jahr in Kraft treten könnte.

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