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05.05.2003

12:52 Uhr

ABB sah in Verschiebung keinen Grund zu Besorgnis

ABB klettern trotz Verzug des Asbest-Vergleichs

Die ABB-Aktien sind am Montag trotz der Verschiebung der Entscheidung über den Asbest-Vergleich in den USA deutlich stärker als der Gesamtmarkt gestiegen. Die ABB-Aktien gewannen bis um 12 Uhr MEZ 4,7 % auf 4,65 sfr. Der Stoxx Subindex der Industriewerte legte derweil ein Prozent zu.

Reuters ZÜRICH. Im frühen Handel hatten die ABB-Aktien um bis zu 1,8 % nachgegeben. Analysten verwiesen auf Befürchtungen, wonach sich mit der Verschiebung des Vergleich mit den über 100 000 Asbest-Klägern um zehn Tage auch der geplante Verkauf des Bereichs Öl, Gas und Petrochemie (OGP) verzögern könnte.

Am Markt kam die alte Sorge wieder hoch, dass eine längere Verzögerung bei den Devestitionen eine Kapitalerhöhung nötig machen könnte. Ein ABB-Sprecher bezeichnete die Befürchtungen als Spekulation. "Die Asbest-Thematik wollen wir in kurzer Zeit abschließen und es besteht kein direkter Zusammenhang zu anderen Maßnahmen," so der Sprecher. Danach zogen die Titel an.

Die ABB-Aktionäre sollen gemäß früheren Angaben auf der Generalversammlung vom 16. Mai 2003 die Schaffung von bis zu einem Drittel neuer Aktien genehmigen.

ABB sah in der Verschiebung keinen Grund zu Besorgnis. Der Konzern rechnet weiterhin damit, dass der 1,2 Mrd. Dollar umfassende Vergleich bald über die Bühne gehen wird. Das Gericht wolle sich lediglich mehr Zeit nehmen, um alle Zeugen zu hören, sagte ein Sprecher. OGP solle bis zum Jahresende verkauft werden, da komme einer Verzögerung um zehn Tage keine größere Relevanz zu.

Alex Migliorini, Analyst bei Pictet, erklärte, eine Verzögerung beeinträchtige das ABB-Ergebnis, da sich mit einer Verzögerung von Bereichsverkäufen auch die Schuldenrückzahlung in die Länge ziehe und damit die Zinskosten stiegen. Dies sei aber nebensächlich, solange das US-Gericht dem Vergleich schließlich zustimme. Als weiteren Grund für die festen ABB-Aktien bezeichneten Marktbeobachter Deckungskäufe. Hedge funds hätten Short-Positionen glattgestellt, nachdem sich die ABB-Aktien trotz der negativen Nachrichten fest gezeigt hätten. Zudem habe UBS Warburg die ABB-Ergebnisschätzungen erhöht. ABB kam 2002 bei einem Umsatz von 18,3 Mrd. Dollar auf einen Rekordverlust von 783 Mill. Dollar.

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