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14.01.2001

14:10 Uhr

Aber auch Optimismus

Zetsche sieht harte Wegstrecke für Chrysler

Der neue Chrysler-Boss Dieter Zetsche sieht den angeschlagenen US-Autobauer vor einer harten Wegstrecke. Zugleich äußerte sich der Top-Manager des DaimlerChrysler-Konzerns aber auch zuversichtlich.

ap HAMBURG. Der neue Chrysler-Boss Dieter Zetsche sieht den angeschlagenen US-Autobauer vor einer harten Wegstrecke. Zugleich äußerte sich der Top-Manager des DaimlerChrysler-Konzerns aber auch zuversichtlich: Es gebe eine Menge Gründe, "für die mittel- und langfristigen Perspektiven der Chrysler Group sehr optimistisch zu sein" sagte er der "Welt am Sonntag". Zetsche kündigte an, in den kommenden zwei Jahren bei Zulieferungen rund 15 % einsparen zu wollen.

"Wir müssen auf der einen Seite unser gesamtes Kostensystem nachhaltig ins Lot bringen", betonte er. Auf der anderen Seite müssten genauso viel Anstrengungen gemacht werden, um die Weichen für neue Fahrzeuge zu stellen. "Denn am Ende hängt es von den Produkten ab, ob eine Autofirma gewinnt oder verliert."

Mitarbeiter verunsichert

Zetsche räumte ein, dass viele Mitarbeiter von Chrysler "traurig, verunsichert und teilweise auch erbost sind. Gestern arbeiteten sie noch in einer Firma, die wegen ihrer Profitabilität von aller Welt gelobt wurde, heute erleben sie das krasse Gegenteil". Dennoch spüre er aus vielen Gesprächen, dass die Beschäftigten auf eine kompetente Führung hofften, "die endlich die richtige Richtung vorgibt".

Der Chrysler-Chef sagte weiter, bei den geplanten Einsparungen im Zulieferungsbereich komme das Unternehmen "gut voran". Mit den Gewerkschaften, denen "wir jegliche Transparenz bieten und die auch die Sanierung wollen, sprechen wir inzwischen in einer sehr konstruktiven Atmosphäre".

Cordes erwartet Einigung mit Hyundai bald

DaimlerChrysler-Nutzfahrzeugchef Eckard Cordes sagte unterdessen, der Konzern erwarte noch im ersten Quartal dieses Jahres eine Einigung über die Gründung eines Gemeinschaftsunternehmens mit Hyundai. Er erklärte in der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung", geplant sei zunächst, gemeinsam die bereits von Hyundai entwickelte Produktpalette in der Nutzfahrzeugsparte weiter zu produzieren.

Dabei gehe es um Stückzahlen von etwa 15 000 Lastwagen über sechs Tonnen. In einem weiteren Schritt wolle man gemeinsam Fahrzeuge für den asiatischen Markt entwickeln, die auch außerhalb Koreas verkauft werden könnten. In anderen großen Märkten Asiens würden ebenfalls Gespräche geführt.

"Wir sind in Verhandlungen mit einem führenden Produzenten in China. Die Gespräche gestalten sich schwierig, aber fruchtbar", sagte Cordes. Noch in diesem Jahr werde ein Ergebnis zu verkünden sein. Zunächst wolle man die Projekte in Korea und China verfolgen, dann stehe an dritter Stelle Japan.



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