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14.01.2001

14:49 Uhr

Abonnentenfernsehen soll schwarze Zahlen bringen

Kirch: Keine Einbindung von Premiere World in TV-Verbund

Die "Süddeutsche Zeitung" hatte in ihrer Samstagsausgabe berichtet, die Kirch Gruppe und die News Corp des Medienunternehmers Rupert Murdoch führten Gespräche über die Eingliederung von Premiere World in den von News Corp geplanten weltweiten Verbund seiner Pay-TV-Sender.

Reuters/dpa MÜNCHEN. "An solchen Überlegungen ist nichts dran", sagte ein Kirch-Sprecher am Sonntag.

Murdochs BSkyB sei mit einem Anteil von 22 % ein wichtiger strategischer Partner für Premiere , aber es gebe darüber hinaus keine Überlegungen, sagte der Sprecher.

Wie der Sprecher weiter sagte, wolle Kirch das Abonnentenfernsehen in Deutschland als Mehrheitsgesellschafter in den nächsten Jahren in die schwarzen Zahlen bringen. Diese Entwickung brauche aber Zeit. Durch die Eingliederung von Premiere in den TV-Verbund würde sich dem Zeitungsbericht zufolge der Einfluss von Kirch bei Premiere zwar verringern, bedeute für Kirch aber auch weniger finanzielle Probleme. Kirch hatte mehrere Mrd. DM in den Aufbau des Abofernsehens in Deutschland gesteckt. Früheren Angaben zufolge soll Premiere World frühestens 2003 operative Gewinne abwerfen. Mit 2,2 Mill. Kunden Ende des vergangenen Jahres hatte Premiere die angepeilte Marke von 2,9 Mill. Kunden deutlich verfehlt.

Die Kirch Holding hält 69,75 % an KirchPayTV, die den Sender Premiere betreibt, BSkyB 22 %. Die restlichen rund acht Prozent der Anteile teilen sich die US-Investmentbank Lehman Brothers, der US-Vermögensverwalter Capital Research Management Funds und die Kingdom Holdings des saudischen Prinzen Al Waleed.



Kirch Media Entertainment als Gegenstück zu John de Mol

Als Gegenstück zu John de Mols Unterhaltungs-Maschinerie hat die Kirch-Gruppe die Kirch Media Entertainment gegründet. Fred Kogel startet als deren Geschäftsführer von Ismaning aus seine Comedy-Offensive. Das berichtet "Der Kontakter" in seiner aktuellen Ausgabe. Kogel sei selbst mit zehn Prozent an der Kirch Media Entertainment beteiligt.

Mit an Bord hat Kogel zwei weitere Geschäftsführer genommen: Ulrich Brock, schon bei Sat.1 Kogels rechte Hand, und Otto Steiner, vorher Head of Entertainment bei Tresor TV. Wie "Der Kontakter" weiter berichtet, verhandelt Fred Kogel bereits intensiv mit einem weiteren Top-Mann aus der Unterhaltungsbranche: Axel Beyer, dem früheren ZDF-Unterhaltungschef, der zur Zeit noch Produktionschef bei Endemol in Köln ist.



Neuer digitaler Pay-TV-Kanal

Unterdessen meldete das Nachrichtenmagazin "Focus" aus seiner neuesten Ausgabe vorab, dass der Chef der Fernsehgesellschaft Tele München (MG), Herbert Kloiber, bei der Bayerischen Landeszentrale für Neue Medien eine Lizenz für einen digitalen Pay-TV-Kanal beantragt habe und somit in Konkurrenz zu Kirchs Premiere World trete. Der Sender solle bis zum Sommer von dem ehemaligen Chef des Senders tm3, Jochen Kröhne, aufgebaut werden, hieß es ohne Angaben von Quellen. Zurzeit liefen Verhandlungen mit Kabelbetreibern wie Callahan oder Primacom, aber nicht mit Premiere. Kloiber verfügt über eines der größten Filminventare in Deutschland.

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