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02.02.2001

13:38 Uhr

Absatz im gesamten Markt schrupft um 7 Prozent

Auch Toyota und Nissan im Konjunktur-Strudel

Die sich stark abschwächende Konjunktur auf dem US-Automobilmarkt hat im Januar neben den großen US-Konzernen auch den Absatz einiger großer japanischer Hersteller belastet. Neben General Motors, Ford und Daimler-Chrysler gaben am Donnerstag auch die japanischen Hersteller Toyota und Nissan für den Januar deutlich gesunkene Absatzzahlen auf dem US-Markt bekannt.

Reuters DETROIT. Insgesamt schrumpfte der amerikanische Markt aber mit einem Minus von knapp 7 % zum Jahresauftakt weniger stark als befürchtet. Analysten sagten, offenbar falle der Automarkt zumindest nicht in ein "schwarzes Loch".

Unter den großen Autohersteller verzeichnete Daimler-Chrysler im Januar mit rund 16 % den stärksten Absatzrückgang auf dem US-Markt. Demnach setzte die angeschlagene US-Tochter des Konzerns 160 680 Fahrzeuge ab. Chrysler-Chef Dieter Zetsche sagte, wegen der Unsicherheit über die weitere Entwicklung bei Chrysler habe das Geschäft im Januar ein wenig an Dynamik verloren. Nach der Ankündigung eines massiven Stellenabbaus vom Montag als Teil des Umstrukturierungsplans für Chrysler werde sich dies aber wieder ändern. Daimler-Chrysler war in der zweiten Hälfte 2000 tief in die Verlustzone gerutscht. Ende Februar will Zetsche ein Konzept zur Neuausrichtung von Chrysler präsentieren. Bekannt gegeben wurde bereits der Plan, bis 2003 rund 26 000 der 125 000 Arbeitsplätze zu streichen.

Bei Branchenführer General Motors sanken die Verkäufe der US-Marken um 5,2 % auf 338 718 Fahrzeuge. Zuwächse bei so genannten Flottenverkäufen an Großkunden, die zum Jahresbeginn üblich sind, bewahrten das Unternehmen nach eigenen Angaben vor einem noch stärkeren Rückgang. Bei der Nummer zwei unter den amerikanischen Herstellern, Ford, sank der Absatz um 11,3 % auf 247 242 Pkw und leichte Nutzfahrzeuge.

Absatz bei Toyota ging um über 11 % zurück

Der Absatz des führenden japanischen Autoherstellers Toyota auf dem US-Markt ging im Januar um 11,4 % zurück, nachdem das Unternehmen seinen US-Absatz im Dezember noch um 14,2 % und im gesamten Jahr 2000 um knapp zehn Prozent gesteigert hatte. Der Absatz von Nissan schrumpfte im Januar mit 6,6 % noch stärker als bereits im Dezember, während die Hersteller Honda und Mitsubishi ihren US-Absatz um jeweils rund elf Prozent steigerten.

Das US-Geschäft der deutschen Herstellern entwickelte sich zum Jahresauftakt unterschiedlich. Mercedes gab einen Verkaufsrückgang um sieben Prozent auf 12 690 Fahrzeuge bekannt. Dies sei aber nach dem Rekordwert vom Vorjahr immer noch der bislang zweithöchste Absatz in einem Auftaktmonat, teilte Mercedes USA mit. Dagegen legte der US-Absatz von BMW im Januar um 5,6 % zu. Die Absatzzahlen weiterer deutscher Hersteller wurden für den Freitag erwartet.

Absatz im gesamten Markt sinkt um 7 %

Der Absatzrückgang auf dem gesamten Markt im Januar um 7 % ergibt hochgerechnet auf ein ganzes Jahr ein Marktvolumen von 16,7 Mill. Fahrzeugen, und damit fiel der Rückgang geringer aus als erwartet. Im Dezember war der Absatz auf dem größten Automarkt der Welt noch so stark eingebrochen, dass sich auf das Jahr gerechnet ein Volumen von 15,45 Mill. Fahrzeuge ergeben hätte. Im Jahr 2000 war der US-Markt - getrieben vor allem durch Preisnachlässe der Hersteller - auf einen Rekord von 17,4 Mill. Pkw und leichte Nutzfahrzeuge gewachsen. Für das laufende Jahr erwarten Branchenexperten einen Rückgang auf schätzungsweise 16 Mill. Fahrzeuge.

Auto-Analyst David Healy von Burnham Securities sagte, offenbar falle die US-Autobranche nicht in eine Rezession wie in ein "schwarzes Loch". "Der Dezember war außergewöhnlich schlecht, und vielleicht war der Januar außergewöhnlich gut", sagte er. Bob Rewey, bei Ford für die Kundenbetreuung zuständig, sagte, die gegenwärtige Schwäche sollte kurz sein. In der zweiten Jahreshälfte sollte das Geschäft wieder anziehen.

Leitzinssenkung könnte Autokonjunktur fördern

Branchenexperten erwarten auch, dass die Leitzinssenkungen der US-Notenbank im zweiten Halbjahr die Autokonjunktur wieder etwas fördern könnte, da in den USA etwa zwei Drittel aller Autokäufe über Kredit oder Mietkauf finanziert würden. Die US-Notenbank hatte am Mittwoch zum zweiten Mal in diesem Jahr die Leitzinsen um einen halben Prozentpunkt gesenkt, um das Abtauchen der US-Konjunktur in eine Rezession zu verhindern.

Wegen der sinkenden Nachfrage hatten die drei großen US-Hersteller ihre Produktionspläne für das erste Quartal massiv gekürzt. Daimler-Chrysler will im Februar nach eigenen Angaben vier seiner US-Werke für eine oder zwei Wochen ruhen lassen. GM und Ford kündigten einwöchige Pausen in jeweils zwei Werken an.

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