Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

04.03.2003

16:18 Uhr

Absatzzahlen stabil bis steigend

Autoindustrie trotzt dunklen Wolken der Irak-Krise

Die deutsche Automobilindustrie zeigt sich trotz der Branchenflaute und des drohenden Irak-Krieges verhalten optimistisch. "Wir sind durchaus zuversichtlich, dass wir keine dramatischen Absatzprobleme befürchten müssen", sagte VDA-Präsident Bernd Gottschalk am Dienstag auf dem Genfer Automobilsalon. Die führenden Hersteller Daimler-Chrysler, Volkswagen und BMW verbuchten für die ersten beiden Monate Absatzzahlen mindestens auf Vorjahresniveau, teilweise auch leicht besser.

Großer Besucherandrang beim Autosalon in Genf. Foto: dpa

Großer Besucherandrang beim Autosalon in Genf. Foto: dpa

HB/dpa GENF. Angesichts der neuen in Genf vorgestellten Modelle wie Audi A3 und VW Touran sowie der auf der IAA in Frankfurt erwarteten wichtigen Neuheiten wie Golf und Opel Astra meinte Gottschalk: "Wir können der Krise etwas entgegensetzen - und das ist keine Gesundbeterei." Die Autokonjunktur befinde sich lediglich in einer Warteschleife.

Im wichtigen US-Markt dagegen schnitten die deutschen Produzenten laut VDA im Februar unterschiedlich ab. Insgesamt haben sie in einem um 7 Prozent rückläufigen Markt um 8 Prozent zugelegt. BMW habe 25 Prozent mehr Fahrzeuge abgesetzt, Mercedes-Benz 8 Prozent. Audi legte um 10 Prozent zu, VW nach eigenen Angaben um drei Prozent. Lediglich Porsche musste mit minus 37 Prozent kräftig Federn lassen. Die Stuttgarter hoffen auf den Geländewagen Cayenne, der im März in Nordamerika debütiert.

Die Mercedes Car Group konnte in den ersten beiden Monaten den Absatz mit 177 400 Autos gegenüber den beiden Vorjahresmonaten praktisch unverändert halten. Mercedes setzte mit weltweit 164 100 abgesetzten Automobilen eine neuerliche Bestmarke (plus 2 Prozent). Smart verlor 21 Prozent (13 300 Stück). Im Februar wurde aber mit 89 400 Fahrzeugen insgesamt 1 Prozent weniger abgesetzt als im Vorjahresmonat. DaimlerChrysler-Vorstandsmitglied Jürgen Hubbert bekräftigte, dass trotz der besonders in Deutschland spürbaren Verunsicherung wegen der Irak-Krise an der Absatzprognose festgehalten werde. Die Mercedes Car Group wolle an das Rekordniveau des Vorjahres (1,232 Mio Fahrzeuge) anknüpfen.

Der VW-Konzern hat im Januar und Februar mehr Fahrzeuge verkauft als vor einem Jahr. Zahlen nannte Vertriebsvorstand Robert Büchelhofer in Genf aber nicht. VW trete auf der Frühjahrsmesse mit einem "vernünftigen Schuss Optimismus auf". Der BMW-Absatz stieg bis Ende Februar leicht auf etwa 154 000 Autos. Für den Zuwachs war laut BMW-Chef Helmut Panke der Mini verantwortlich, von dem in den beiden Monaten 27 000 Stück verkauft wurden. Dagegen sei der Absatz der Marke BMW auf 127 000 Fahrzeuge gesunken. Bei einer Stabilisierung der politischen Lage rechne BMW im Gesamtjahr aber weiter mit Zuwächsen bei allen Marken.

Audi setzt angesichts der Branchenflaute große Hoffnungen auf den neuen A3. "Ich bin sicher, wir werden mit diesem Auto mehr Kunden erreichen als mit dem ersten A3", sagte Audi-Chef Martin Winterkorn Vom Vorgänger waren in den vergangenen sieben Jahren fast 900 000 Fahrzeuge verkauft worden. In diesem Jahr sollen noch rund 120 000 neue A3 abgesetzt werden.

Opel hat nach den Worten seines Chefs Carl-Peter Forster im Februar besser als der Gesamtmarkt abgeschnitten. "Wir verspüren deutlich mehr Interesse an Opel als noch vor zwei Jahren", sagte der Vorstandschef der Adam Opel AG. Er zeigte sich zuversichtlich über die Zukunft des Unternehmens, beklagte aber die Kaufzurückhaltung in Deutschland. Dies habe nicht nur mit der Angst vor einem Konflikt im Irak zu tun.

Zu den in Genf vorgestellten Autos deutscher Hersteller gehörten neben dem neue Mercedes CLK Cabrio der Opel Signum als Mischung aus eleganter Limousine und Van, sowie der VW-Multivan (T5). Bei den ausländischen Herstellern zeigte Fiat mit mit dem Seicento-Nachfolger Gingo und dem Lancia Y zwei Weltpremieren im Kleinwagenbereich. Renault präsentierte den in Deutschland sehr beliebten Scenic in neuem Gewand.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×