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17.01.2003

08:22 Uhr

Absichtserklärung unterzeichnet

Argentinien erhält vom IWF Überbrückungskredit

Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat Argentinien einen Überbrückungskredit eingeräumt, mit dem das hochverschuldete Land Verbindlichkeiten über 6,6 Mrd. Dollar (etwa 6,2 Mrd. ?) strecken kann.

Reuters BUENOS AIRES/WASHINGTON. Das Wirtschaftsministerium teilte am Donnerstag in Buenos Aires mit, Wirtschaftsminister Roberto Lavagna und Zentralbankchef Alfonso Prat Gay hätten am selben Tag mit Vertretern des IWF eine entsprechenden Absichtserklärung für den Bereitschaftskredit unterzeichnet. Der IWF bestätigte in Washington die Abmachung, ging aber in der knappen Erklärung nicht auf Einzelheiten ein. Formell werde der IWF-Vorstand das Abkommen vermutlich Ende kommende Woche billigen, verlautete ergänzend aus IWF-Kreisen.

Mit den jetzt zugestanden Hilfsgeldern wird effektiv nur ein Zahlungsaufschub erreicht. So will Argentinien jetzt am Freitag beim IWF fällige Verbindlichkeiten über eine Milliarde Dollar begleichen. Zuvor hatte die Regierung damit gedroht, ohne neue Hilfen des IWF auch den Schuldendienst beim IWF einzustellen. Mit der formellen Zustimmung des IWF-Vorstands fließt dann die eine Milliarde Dollar an Argentinien wieder zurück.

Zuvor hatte Argentinien bereits Fälligkeiten bei der Inter-Amerikanischen Entwicklungsbank und bei der Weltbank nicht erfüllt. In argentinischen Regierungskreisen hieß es am Donnerstag, auch mit diesen beiden Institutionen sei eine Refinanzierungsvereinbarung im Volumen von 4,4 Mrd. Dollar gelungen. Aus ranghohen Kreisen, die den Verhandlungen nahe stehen, verlautete, ein solches Abkommen sei wahrscheinlich, aber noch nicht in trockenen Tüchern.

IWF-Sprecher Tom Dawson sagte, die argentinische Wirtschaft gewänne mit der IWF-Hilfe Luft bis zu den Präsidentenwahlen im April, nach denen über eine langfristige Finanzierung verhandelt werden solle. Aus IWF-Kreisen verlautete, Argentinien habe strikte Budget-Disziplin zugesichert. Auch sei die Erhöhung der Geldmenge durch die Notenbank begrenzt. Alle zwei Monate würden die vereinbarten Zielsetzungen überprüft, hieß es weiter.

Zuvor hatte die G-7-Gruppe der sieben größten Industriestaaten Druck auf den IWF ausgeübt, eine Zwischenfinanzierung an Argentinien sicher zu stellen. Zur Siebenergruppe gehören die USA, Kanada, Japan, Großbritannien, Italien, Frankreich und Deutschland. Das US-Finanzministerium begrüßte das neue Abkommen. Dieses trage dazu bei, dass Argentinien die wirtschaftliche und finanzielle Situation des Landes stabilisieren könne, hieß es in einer Mitteilung des Ministeriums.

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