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07.02.2001

15:10 Uhr

Abwärtssog für Technologiebereich möglich

Cisco macht schlapp

VonWALL STREET CORRESPONDENTS

Die Zahlen von Cisco lösen Depressionen bei den Futures aus. Eindeutig zeigen die Eröffnungskandidaten auf einen Börsenstart in der Verlustzone. Gestern nach Börsenschluss hatte das Schwergewicht mit seinen Quartalsergebnissen der Wall Street einen gewaltigen Schrecken eingejagt.

In den vergangenen 14 Quartalen konnte Cisco die Analystenschätzungen jeweils um einen Cent übertreffen. Nun hat Cisco jedoch die Konsensschätzungen mit 18 Cents Gewinn pro Aktie mit einem Cent verfehlt. Der Umsatz stieg im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 55 Prozent auf 6,75 Milliarden Dollar und enttäuschte auch hier die Erwartungen der Analysten. Zudem hat Cisco vor geringeren Umsätzen gewarnt. Der größte Netzwerkausstatter der Welt wird vorrausichtlich in den kommenden sechs Monaten seine Umsätze nicht steigern können. Der Konzern litt unter geringerer Nachfrage. Insbesondere Telefongesellschaften und weitere große Unternehmen hätten auf Grund der schwachen Konjunktur weniger in ihre Netzwerke investiert. Nach Bekanntgabe der Ergebnisse ging der Kurs von Cisco nach unten. Vorbörslich notiert der Wert bereits elf Prozent im Minus.



Der gesamte Technologiebereich könnte unter den schlechten Zahlen des High-Tech-Zugpferdes leiden. Dem Computer-, Chip- und dem gesamten Netzwerkbereich stehen heute Aktienverkäufe bevor. Vorbörslich fallen Dell Computer, Intel, Microsoft und Lucent Technologies.



Besonders der Chiphersteller PMC-Sierra könnte in den Abwärtssog von Cisco Systems gezogen werden. Die Umsatzzahlen von Cisco haben gezeigt, dass die Unternehmen ihre Ausgaben für technische Infrastruktur reduzieren, meint Goldman Sachs. Davon sind dann auch die zahlreichen Zulieferer betroffen, zu denen PMC-Sierra gehört. Die Lagerhaltung ist das größte Problem: Cisco Systems und andere Netzwerkausrüster, aber auch Computerhersteller ordern keine neuen Chips mehr, weil sie noch genügend in ihren Regalen haben. Bis dieser Überschuss abgebaut ist, wird die Nachfrage weiterhin schwach bleiben, so Goldman Sachs.



Noch nicht einmal die Produktivitätszahlen, die besser ausgefallen sind als erwartet, könnten die Tendenz nach unten auffangen. Die Produktivität ist mit 2,4 Prozent um 0,4 Prozentpunkte stärker angestiegen als vorausgesagt. Im Vormonat ist sie um 3,3 Prozent in die Höhe geklettert. Die Produktivitätszahlen sind ein Indikator für die Leistungsfähigkeit der amerikanischen Volkswirtschaft. Obwohl sie mehr angestiegen sind als prognostiziert, zeigen die Produktivität trotzdem eine nachlassende Wachstumsrate.



Investoren werden sicherlich heute Zuflucht in defensive Aktien suchen. Positiv in den Tag starten könnten heute zum Beispiel die Aktien der Krankenkassen. Eine Vorbildsfunktion übernimmt hier Pacific Healthcare. Der größte Anbieter von Gesundheitsvorsorgeplänen in den USA hat die durchschnittlichen Gewinnschätzungen im abgelaufenen Quartal deutlich übertroffen. Wie das Unternehmen weiterhin mitteilte, kann es vorrausichtlich auch die Gewinnerwartungen für das Gesamtjahr 2001 schlagen. Das Brokerhaus Lehman Brothers bekräftigt die Kaufempfehlung für Pacificare.

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