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05.05.2003

16:06 Uhr

Änderung des Bestattungsgesetzes

CSU will abgetriebene Föten beisetzen lassen

In Bayern sollen vom nächsten Jahr an alle Fehlgeburten und abgetriebene Föten und Embryonen auf Friedhöfen beigesetzt werden. Die bisher in vielen Fällen übliche Entsorgung mit dem Klinikmüll soll durch eine Änderung des Bayerischen Bestattungsgesetzes unmöglich gemacht werden, teilte die CSU - Landtagsfraktion am Montag mit.

HB/dpa MÜNCHEN. Die bisherige Regelung werde der Würde des menschlichen Lebens nicht gerecht, sagte die stellvertretende CSU-Fraktionschefin Ingrid Fickler. In Bayern gebe es jährlich 16 000 Abtreibungen und eine unbekannte Zahl von Fehlgeburten.

Wenn Fehlgeburten und Föten mit dem Klinikmüll entsorgt würden, sei nicht einmal auszuschließen, dass sie mit den Abfällen zum Bau von Lärmschutzwänden gebraucht würden, sagte Fickler mit Verweis auf Informationen einer Klinikverwaltung. "Ich glaube, es entspricht einem urmenschlichen Bedürfnis, einen Ort des Abschieds und der Trauer zu haben." Wenn die Eltern nach einer Fehlgeburt oder Abtreibung keine Bestattung wünschen, soll eine Beisetzung auf einem anonymen Gräberfeld die Regel werden.

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