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29.01.2001

11:15 Uhr

Ärger über Arafat-Rede

Barak will vorerst keine Friedensgespräche mehr

Der israelische Ministerpräsident Ehud Barak will bis zu den Wahlen am 6. Februar keine Friedensgespräche mehr mit Palästinenserchef Jassir Arafat führen.

dpa JERUSALEM. Der israelische Ministerpräsident Ehud Barak will bis zu den Wahlen am 6. Februar keine Friedensgespräche mehr mit Palästinenserchef Jassir Arafat führen. Nach Medienberichten vom Montag hat Barak dies im Anschluss an eine Rede Arafats beim Weltwirtschaftsforum in Davos entschieden. Darin hatte Arafat Israel am Vortag scharf angegriffen und ihm vorgeworfen, einen Krieg gegen die Palästinenser zu führen, sie auszuhungern und Uranium-Bomben gegen sie einzusetzen.

Israelische Medien berichteten am Montag, Barak habe daraufhin beschlossen, ein für Mitte der Woche vereinbartes Treffen mit Arafat in Schweden abzusagen. In einer Erklärung des Büros Baraks hieß es am Sonntagabend, es werde bis nach der Ministerpräsidenten-Wahl am 6. Februar keine Verhandlungen mehr geben.

Der israelische Regionalminister Schimon Peres sagte am Montag im Rundfunk, er sei von der Rede Arafats "überrascht" gewesen. Offenbar sei sie für das europäische und nicht für ein israelisches Publikum bestimmt gewesen. Arafat hatte Peres nach der Rede demonstrativ die Hand gegeben.

Israel und die Palästinenser hatten ihre einwöchigen Friedensgespräche im ägyptischen Seebad Taba am Samstag ohne Einigung auf ein dauerhaftes Friedensabkommen beendet. Der palästinensische Unterhändler Machmud Abbas sagte nach Medienberichten vom Montag, Israel habe den Palästinensern in Taba 97 % des Westjordanlands angeboten. Man habe dies jedoch abgelehnt und auf einem vollständigen Rückzugs Israels bestanden.

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