Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

08.01.2003

17:08 Uhr

Ärzten droht möglicherweise Entzug der Zulassung

Hausärzte kritisieren Aufruf zur Praxis-Schließung

In der Ärzteschaft formiert sich Widerstand gegen den Aufruf von Ärzteverbänden, aus Protest gegen die Sparpläne der Bundesregierung die Sprechstunden einzuschränken.

Reuters BERLIN. In einem Mitglieder-Brief des Hausärzteverbandes Nordrhein, der am Mittwoch bekannt wurde, heißt es, ein Streik oder Dienst nach Vorschrift bedeute, dass die Ärzte "sehenden Auges in den wirtschaftlichen Abgrund laufen". Sie setzten damit bis zu 95 Prozent ihres Honorars sowie ihre Zulassung aufs Spiel. Es sei darüber hinaus nicht zu erklären, dass die Ärzteverbände die Patienten die Probleme des Gesundheitswesens ausbaden lassen wollten. Den verantwortlichen Verbandsfunktionären warfen die Hausärzte vor, seit Jahren "jeglichen Ansatz zur Ressourcen sparenden Strukturierung und Gliederung des Gesundheitswesens verunmöglicht oder konterkariert" zu haben.

Ende vergangenen Jahres hatte die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) aus Protest gegen die Sparpläne der Bundesregierung mit Dienst nach Vorschrift gedroht. Am Dienstag hatte der Ärzteverband Hartmannbund angekündigt, die niedergelassenen Ärzte zu Praxis-Schließungen aufzurufen. Dies soll ab 22. Januar zunächst mittwochs in Westfalen-Lippe in Nordrhein-Westfalen geschehen. Bundessozialministerin Ulla Schmidt (SPD) hatte für 2003 eine Nullrunde für niedergelassene Ärzte durchgesetzt.

Wenn in einem Bezirk durch Praxis-Schließungen die medizinische Versorgung nicht mehr sicher gestellt ist, kann die Aufsichtsbehörde den betreffenden Ärzten die Zulassung als Kassenarzt entziehen.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×