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27.01.2002

13:33 Uhr

Afghanische Regierungschef am Montag in Washington

Karsai für Erweiterung der Schutztruppe

Der afghanische Regierungschef Hamid Karsai hat sich kurz vor seiner Ankunft in den USA für Einsätze der internationalen Schutztruppe in ganz Afghanistan ausgesprochen. "Ich sehe keinen Grund, warum das nicht gehen sollte", sagte Karsai dem Magazin "Newsweek". Die Übergangsregierung in Kabul sei bereit, zusammen mit den USA und internationalen Truppen weiterhin hart gegen Taliban- und El-Kaida-Kämpfer vorzugehen.

dpa KABUL. Auch Innenminister Junis Kanuni hat in einem Interview mit der "Welt am Sonntag" eine Aufstockung der Internationalen Schutztruppe (ISAF) gewünscht, damit sie auch außerhalb von Kabul eingesetzt werden kann. Der Minister sagte: "Wir brauchen die ISAF, um in den größten Städten unseres Landes Terrorismus und Kriminalität erfolgreich bekämpfen zu können. Kabul ist ein Modell, das wir ausweiten wollen. Und zwar so schnell wie möglich." Zu den Hauptproblemen zähle dabei auch der Kampf gegen das Rauschgift. "Es ist für uns sehr wichtig, dass das Bundeskriminalamt jetzt einen Verbindungsbeamten in Kabul lässt, denn wir wollen als Rechtsstaat zurück in die internationale Gemeinschaft", sagte Kanuni.

Währenddessen sprach auch Außenminister Abdullah in Washington mit US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld über die Friedenssicherung in ganz Afghanistan. Die internationale Friedenstruppe, an der auch deutsche Truppen beteiligt sind, hat bislang nur ein Mandat für den Großraum Kabul. Abdullah besuchte afghanische Kämpfer, die im Kampf gegen die Taliban-Miliz schwer verletzt und zur Behandlung in die USA gebracht worden waren. In Washington wird erwartet, dass Karsai bei seinem an diesem Montag beginnenden Besuch die USA um eine bessere Abstimmung ihrer Militäreinsätze in Afghanistan bitten wird.

Bei der Bildung der nächsten Regierung in Afghanistan sollen Frauen eine wichtige Rolle spielen. Sie sollten dafür eine angemessene Vertretung in der aus über 500 Mitgliedern bestehenden Großen Stammesversammlung haben, die in wenigen Monaten eine neue Übergangsregierung für Afghanistan bestimmen soll. Dies versprach die stellvertretende Vorsitzende des Auswahlkomitees für diese so genannte Loja Dschirga, Mahbubah Hakokmal, am Samstag in einem Interview der afghanischen Nachrichtenagentur AIP.

Frau Hakokmal gehört zu dem 20-köpfigen Komitee, das vor einigen Tagen von der gegenwärtigen Übergangsregierung Karsai eingesetzt worden war. Karsai soll sechs Monate im Amt bleiben. Die zweite Übergangsregierung soll eine zweijährige Amtszeit haben.

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