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02.03.2003

18:52 Uhr

Aggressive Änderung der Strategie

USA weiten Angriffsziele in Flugverbotszonen aus

In Vorbereitung einer Bodenoffensive in Irak hat die US-Luftwaffe in den vergangenen Tagen ihre Angriffsziele in den von ihr kontrollierten Flugverbotszonen ausgedehnt. Ranghohe US-Militärs sprachen von einer aggressiven Änderungen der Strategie in den Zonen, die nach dem Golfkrieg von 1991 eingerichtet wurden. Seinerzeit war die irakische Führung gewaltsam gegen rebellierende Kurden im Norden und Schiiten im Süden vorgegangen. Die Uno verurteilte dies in einer Resolution.

Reuters WASHINGTON. Die USA, Großbritannien und Frankreich nahmen das zum Anlass, die Flugverbotszonen im Norden und Süden Iraks einzurichten. Vom Uno-Sicherheitsrat sind sie nicht gebilligt worden. Derzeit patrouillieren noch US- und britische Kampfflugzeuge in den Zonen, die sich über mehr als der Hälfte des Landes erstrecken.

Die Kampfflugzeuge nutzen die täglichen Patrouillenflüge, um vor allem die Luftverteidigung und Kommunikationszentren der irakischen Armee systematisch auszuschalten. Dabei griffen die Flugzeuge aber nur dann an, wenn sie selbst angegriffen oder vom Zielradar irakischer Abwehrraketen erfasst worden seien, versicherte der US-Generalstab.

In den vergangenen Tagen änderte die US-Luftwaffe aber ihre Taktik. Wie aus Militärkreisen verlautete, greift sie Stellungen von Boden-Boden-Raketen ebenso an wie Startrampen von Kurzstreckenraketen und mobile Raketenwerfer. "Wir haben eine neue Kategorie von Zielen hinzugefügt", sagte Luftwaffenoberst a. D. John Warden, einer der Strategen des Luftkrieges von 1991. Die Ziele seien ausgewählt worden, weil sie eine Gefahr für die US-Bodentruppen darstellten.

"Das US-Militär nutzt die Flugverbotszonen, um das Kampffeld für einen Krieg vorzubereiten", sagte der Militärexperte Loren Thompson vom Lexington Institut. Es habe in den vergangenen Jahren im irakischen Luftraum immer wieder einen sporadischen Krieg gegeben. Seine Intensität habe jetzt zugenommen.

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