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19.02.2002

11:08 Uhr

Airline will gegen das Verbot klagen

Kartellamt untersagt Lufthansa Billigpreis

Das Bundeskartellamt hat der Deutschen Lufthansa ab sofort die drastische Preissenkung für Flüge auf der Strecke Frankfurt-Berlin verboten und besteht auf einen deutlichen Unterschied zu den Preisen des Konkurrenten und Billiganbieters Germania.

rtr/dpa BONN/MÜNCHEN. Die Behörde sehe in der Preisstrategie der Lufthansa den Versuch, den neuen Wettbewerber Germania zu verdrängen und befürchte eine wesentliche Beeinträchtigung des aufkommenden Wettbewerbs, begründete Kartellamtspräsident Ulf Böge am Dienstag in Bonn die Entscheidung. Der Lufthansa werde damit untersagt, auf der Strecke Frankfurt-Berlin einen Flugpreis für die einfache Strecke pro Passagier zu verlangen, der nicht mindestens 35 ? über dem Flugpreis der Germania liegt.

Die Strecke Frankfurt-Berlin war von der Lufthansa jahrelang im Monopol geflogen worden. Im November hatte die Berliner Germania die Verbindung zum Preis von 99 ? je Strecke aufgenommen. Darauf reagierte die Lufthansa mit einem neuen Preis von 100 ? pro Flug zwischen den beiden Städten. Nach Berechnungen des Kartellamtes senkte die Lufthansa damit ihren früheren Preis von 250 ? um mehr als 60 % und flog damit aus Sicht der Wettbewerbshüter zu Dumpingpreisen.

Lufthansa: Kartellamtsverfügung wird vor Gericht nicht bestehen

Die Lufthansa hat indessen erklärt, gegen das Kartellamtsverbot ihrer Niedrigpreise auf der Strecke Frankfurt - Berlin zu klagen. "Wir werden die Verfügung mit allen rechtlichen Mitteln angreifen, um unsere Position im Wettbewerbsumfeld nicht zu gefährden", sagte Lufthansa-Sprecher Michael Lamberty am Dienstag in Frankfurt. Die Flugpreise auf der Strecke zwischen der Bankenmetropole und der Hauptstadt würden nach der Entscheidung nicht sofort steigen. Die Lufthansa wolle vor dem Oberlandesgericht Düsseldorf einen Aufschub beantragen.

Der Sprecher gab sich zuversichtlich, dass die Fluggesellschaft mit ihren juristischen Schritten gegen die Verfügung Erfolg haben werde. Die Preisgestaltung der Lufthansa stimme mit den Regeln in der Europäischen Union überein, sagte Lamberty. "Die Verfügung wird vor Gericht keinen Bestand haben." Lamberty kritisierte, dass mit dieser Entscheidung eine Behörde die Preisgestaltung des Unternehmens übernehme. "Es kann nicht sein, dass der Preis so vorgegeben wird."

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