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25.03.2003

12:02 Uhr

Akten wurden weitergeleitet

Ex-EU-Kommissarin Cresson beschuldigt

Knapp vier Jahre nach dem Rücktritt der alten EU-Kommission hat die Brüsseler Justiz ihr Ermittlungsverfahren gegen die frühere EU-Kommissarion Edith Cresson abgeschlossen. Die ehemalige französische Premierministerin werde der Unterschlagung und Dokumentenfälschung beschuldigt, bestätigte ein Justizsprecher in Brüssel am Dienstag.

HB/dpa BRÜSSEL. Neben Cresson sollen nach dem Willen von Untersuchungsrichter Jean-Claude Van Espen sieben Beamte und Ex-Beamte der EU-Kommission angeklagt werden, berichtete die Zeitung "De Financieel Economische Tijd".

Der Untersuchungsrichter habe die Akte an die Anklagebehörde weitergeleitet, bestätigte die Staatsanwaltschaft. Nach Anhörung der Beschuldigten wird über die Eröffnung eines Prozesses entschieden. Der Fall Cresson und andere Vorwürfe hatten 1999 zum Rücktritt der gesamten EU-Kommission unter dem Präsidenten Jacques Santer geführt.

Im Mittelpunkt der Vorwürfe steht den Angaben zufolge die fiktive Beschäftigung, die Cresson ihrem inzwischen gestorbenen Zahnarzt René Bertholot in der Kommission verschafft haben soll. Es gebe Hinweise, dass Beamte auf Anweisung Cressons dafür falsche Verträge aufgesetzt hätten, hieß es. Der Vorwurf der Unterschlagung beziehe sich auf Dokumente, die aus Cressons Mitarbeiterstab verschwunden seien oder vernichtet wurden. Den Beschuldigten drohten Gefängnisstrafen zwischen einem und fünf Jahren. Außerdem könnte Cresson einen Teil ihres Ruhegehalts als Ex-Kommissarin einbüßen.

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