Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

12.02.2001

11:01 Uhr

Aktie Gelb könnte Adidas oder Karstadt ersetzen

Analysten erwarten Aufnahme der Post-Aktie in den Dax

Die Aktie der Deutschen Post hat nach Einschätzung von Analysten beste Chancen, in dieser Woche für den Aufstieg in den Deutschen Aktienindex (Dax) nominiert zu werden.

rtr FRANKFURT. Die Aktie der Deutschen Post hat nach Einschätzung von Analysten beste Chancen, in dieser Woche für den Aufstieg in den Deutschen Aktienindex (Dax) nominiert zu werden. Am Mittwoch berät der Arbeitskreis Aktienindizes der Deutschen Börse über mögliche Veränderungen in den wichtigsten Frankfurter Kursbarometern, und Index-Experten gehen fest davon aus, dass die "Aktie Gelb" für einen der beiden Konsumtitel Adidas-Salomon oder Karstadt-Quelle in den Dax aufgenommen wird. Auch beim MDax für 70 Nebenwerte und dem Nemax-50-Index des Neuen Marktes stehen einige Auswechslungen an. Etwaige Auswechslungen würden zum 19. März wirksam.

Die Deutsche Börse hatte vor zwei Wochen die aktuelle Rangliste der nach Börsenumsatz und Marktkapitalisierung größten Konzerne in Deutschland veröffentlicht, auf deren Basis Änderungen in den Indizes vorgenommen werden. Eigentlich steht der Dax erst im Sommer zu seiner jährlichen Überprüfung an. Die Börse kann bei besonderen Ereignissen wie einem Börsengang oder einer Fusion jedoch auch außerhalb dieses turnusgemäßen Termins Änderungen vornehmen. Das Regelwerk der Börse besagt in einem solchen Fall, dass eine Aktie in den Dax aufsteigen kann, wenn sie bei der Marktkapitalisierung und dem Börsenumsatz zu den 25 größten Titeln gehört. Ausgetauscht wird dafür das Papier mit den niedrigsten Platzierungen. Beim Nebenwerte-Index MDax, dem Neuen-Markt-Barometer Nemax-50 sowie dem SDax für kleinere Unternehmen stehen ordentliche Anpassungen an. Hier müssen die Firmen zu den 110 beziehungsweise 60 größten Firmen gehören.

Auf der jüngst veröffentlichten Januar-Rangliste der Deutschen Börse nimmt die "Aktie Gelb" der Post mit einem Marktwert von 12,95 Milliarden Euro und einem Börsenumsatz von 7,6 Milliarden Euro die Plätze 19 und 23 ein. Adidas-Salomon belegt nur noch die Ränge 42 und 28, Karstadt-Quelle steht an 37. und 31. Stelle. Analysten erwarten bereits seit längerem, dass die Post für einen der beiden Konsumwerte in den Dax aufsteigen wird. Nach Einschätzung verschiedener Index-Experten ist die Aktie der Adidas AG-Salomon am stärksten von einer Herausnahme bedroht. Auch der Markt handelte den Sportartikler nach der Veröffentlichung der Rangliste als Austauschkandidaten. Die Aktie, die Ende Januar auf einem 52-Wochen-Hoch von 79 Euro gehandelt worden war, gab in der ersten Februar-Woche bis auf 69 Euro nach, erholte sich dann bis Freitag wieder auf 73 Euro und lag am Montag bei 71,40 Euro.

Gute Chancen auf eine Aufnahme in das zweitgrößte deutsche Kursbarometer für Standardaktien, den MDax, hat der Titel des Börsenneulings AWD. Die seit Oktober gelistete Aktie des Finanzdienstleisters rangiert mit einem Börsenumsatz von 504 Millionen Euro und einer Marktkapitalisierung von 2,14 Milliarden Euro auf den Plätzen 56 und 51 und erfüllt damit die "110/110"-Regel für eine Aufnahme in den Nebenwerte-Index.

Theoretische Hoffnungen können sich den Zahlen der Deutsche Börse zufolge auch SAI Automotive, Norddeutsche Affinerie, Stada Arzneimittel, Koenig & Bauer, Salzgitter sowie Zapf Creation machen.

Demgegenüber sind Tarkett Sommer, Kolbenschmidt Pierburg, KSB, Deutz und Phoenix am stärksten von einer Herausnahme gefährdet. Ein Platz im MDax wird voraussichtlich ohnehin durch die Übernahme von Klöckner durch WCM frei.

Beim wichtigsten Index des Wachstumssegments Neuer Markt, dem Nemax-50, könnten der Börsen-Rangliste zufolge fünf Titel ausgewechselt werden. So erfüllen Morphosys, GPC Biotech, Lambda Physik , SAP SI und die Umweltkontor AG die Kriterien zur Aufnahme in den Index. Sie rangieren nach Marktkapitalisierung und Börsenumsatz unter den 60 größten Unternehmen des Neuen Marktes. Sieben aktuelle Mitgliedern des Nemax-50 droht dagegen zum nächsten Verkettungstermin die Herausnahme aus dem Blue-Chip-Index. Dies sind PrimaCom, Ser Systems, IDS Scheer, Pfeiffer Vaccum, edel music, Gauss Interprise AG und Constantin Film. Diese Werte zählen auf der Rangliste nicht mehr zu den 60 marktschwersten oder meistgehandelten Unternehmen.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×