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25.07.2000

20:00 Uhr

Reuters FRANKFURT. Die Aktien der Deutschen Telekom haben sich am Dienstag zum Teil von ihren schweren Vortagesverlusten erholt. Bis Handelsschluss erholte sich das Telekom-Papier insgesamt um 2,28 Prozent auf einen Kurs von 49,90 Euro. Mit knapp 20 Mill. gehandelten Papieren waren Telekom umsatzstärkster Wert.

Die Ankündigung der Übernahme der US-Telefongesellschaft Voice-Stream für rund 105 Mrd. DM hatte am Montag den Kurs der Telekom um knapp zwölf Prozent auf ein neues Jahrestief von 48,79 Euro einbrechen lassen. Analysten und Händler sagten, dass die Börsianer die Übernahme allmählich verdauten und das niedrige Niveau für kursgünstige Anschaffungen nutzten.

"Wir denken, dass der niedrige Aktienkurs der Telekom eine extrem gute Kaufgelegenheit bietet", sagte WestLB-Panmure -Analyst Holger Grawe. Die West LB Panmure hatte am Dienstag die Aktien der Deutschen Telekom auf "Kaufen" von zuvor "Outperformer" hochgestuft. Das Papier scheine nach dem Kursrutsch am Montag überverkauft zu sein, begründete die Investmentbank ihre Entscheidung. Das niedrige Kursniveau biete eine sehr gut Einstiegschance.

Das Investmenthaus Lehman Brothers reduzierte indes das Kursziel für die Deutsche Telekom auf 67 Euro von zuvor 77 Euro. Das Kursziel der Deutschen Telekom werde reduziert, um die fundamentale Bewertung von Voice-Stream wiederzuspiegeln, hieß es weiter.

Die Aktien der Deutschen Telekom sind seit Jahresbeginn um rund 30 % gefallen. Gemessen an der Marktkapitalisierung ist die Deutsche Telekom der zweitgrößte Telekombetreiber in Europa nach Vodafone Airtouch. Die Dividendenpapiere des britisch-amerikanischen Mobilfunkbetreibers Vodafone haben sich seit Jahresbeginn nur wenig bewegt. Vodafone hatte Mannesmann am Jahresanfang für rund 350 Mrd. DM übernommen. An der Pariser Börse kletterte das Indexschwergewicht France Telecom in diesem Jahr bereits um etwa 41 %.

Das Gebot der Deutschen Telekom für Voice-Stream aus Baranteilen und Aktien ist mit der Kursentwicklung der T-Aktie auf rund 46,0 Mrd. $ am Dienstagmittag von 50,7 Mrd. $ bei Ankündigung der Übernahme am Sonntag gesunken. Die Deutsche Telekom will für etwa 100 Mrd. DM Voice-Stream übernehmen und damit in den US-Markt einsteigen. Den Voice-Stream-Aktionären würden 3,2 Telekom-Aktien plus 30 $ pro Aktie angeboten, maximal aber 200 $ pro Aktie in bar. Die Telekom will dafür 828,8 Mill. neue Aktien ausgeben. Zudem will der Konzern Schulden von Voice-Stream von fünf Mrd. $ übernehmen.

Gemessen am Kursniveau der T-Aktie am Dienstag beträgt der Aufschlag auf den Marktwert von Voice-Stream rund 40 %. Einige Analysten sagten, der Preis für den US-Mobilfunkbetreiber sei angesichts des schnellen Wachstums in den USA gerechtfertigt. Investoren hatten die T-Aktie am Montag verkauft, weil sie den Kaufpreis zu hoch empfanden und auch eine Verwässerung des Gewinns befürchteten.

Ein Teil der Analysten senkte im Vorfeld der Übernahme ihre Gewinnvorhersagen. Die WestLB reduzierte ihre Gewinnschätzung je Aktie für 2002 auf 0,43 Euro von 1,30 Euro vor der Übernahmeankündigung. Für 2001 nannte die Bank keine Zahl. Die Telekom wies 1999 einen Gewinn je Aktie von 0,43 Euro aus. WestLB-Analyst Grawe sagte jedoch, dass die Investoren sich nicht um die Reduzierung der Gewinnschätzung sorgen sollten, da die Deutsche Telekom ein schnell wachsendes Unternehmen sei, das am EBITDA-Anstieg (Gewinn vor Steuern, Zinsen, Abschreibung und Amortisation) bewertet werden sollte.

Theo Kitz, Analyst beim Privatbankhaus Merck Finck & Co, nahm seine Gewinnschätzung je Aktie für die Telekom für 2001 auf 0,47 Euro von 0,81 Euro und für 2002 auf 0,42 Euro von 0,90 Euro zurück.

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