Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

26.03.2003

14:24 Uhr

Aktie im Minus

Swisscom-Gewinn bleibt unter Erwartungen

Der Schweizer Telekomkonzern Swisscom hat 2002 bei einem um 2,5 Prozent erhöhten Umsatz von 14,5 Milliarden sfr einen Gewinn von 824 Millionen sfr erzielt. Swisscom, einer der wenigen grösseren Telekomkonzerne Europas fast ohne Schulden, blieb damit unter den Erwartungen der Analysten, die mit einem Gewinn von rund 1,5 Milliarden sfr gerechnet hatten.

Reuters ZÜRICH. Im Vorjahr war Swisscom infolge von Sondergewinnen unter dem Strich auf 4,96 Milliarden sfr gekommen. Im laufenden Jahr soll der Gewinn wieder steigen, sagte Konzernleiter Jens Alder am Mittwoch am Rande der Medienkonferenz in Zürich.

Der Unterschied zwischen dem tatsächlichen und dem erwarteten Gewinn in dem am Mittwoch vorgelegten Abschluss ist in einer Goodwill-Abschreibung von 702 Mill. sfr zu suchen, die Swisscom für die deutsche Mobilfunktochter Debitel vornahm und die, so Swisscom, die korrigierten Wachstumsaussichten für den Mobilfunk reflektiert. Bei Debitel ging der Betriebsgewinn bei sinkenden Margen um 15 % auf 159 Mill. sfr zurück.

Swisscom selbst führt den Betriebsgewinn Ebitda als Zielgrösse und dort konnte der Konzern mit einem stabilen Wert von 4,41 (Vorjahr 4,41) Mrd. sfr die selbst gesetzten Erwartungen erfüllen. Die Nettoverschuldung liegt bei 642 Mill. sfr nach Nettofinanzmittel von 2,9 Mrd. sfr im Vorjahr.

Swisscom plant keine direkten Übernahmen

Für das laufende Jahr erwartet Swisscom trotz anhaltend schwierigem Umfeld einen Ebitda in der Höhe des Vorjahres. Es müsse mit einem anhaltenden Umsatz- und Margendruck gerechnet werden, dem Swisscom mit Kostensenkungsmassnahmen begegnen will. Da keine Sonderaufwendungen mehr anfallen sollten, dürfte der Reingewinn wieder höher ausfallen, sagte Alder am Rande der Medienkonferenz.

Swisscom konzentriere sich weiter auf die Festnetz- und Mobilkommunikation in der Schweiz, wo das Unternehmen eine solide Basis habe. Weil in der Schweiz durch Regulierungen das Wachstum stark beschränkt sei, prüfe Swisscom laufend Optionen, wie die Position in Europa verstärkt werden könne. "Im Vordergrund stehen grenzüberschreitende Geschäftsmodelle für Teilmärke mit internationaler Ausprägung", hiess es in der Swisscom-Mitteilung weiter.

In der jüngeren Vergangenheit gab es immer wieder Spekulationen, Swisscom könnte sich an Telekom Austria beteiligen. Direkte Übernahmen scheint Swisscom aber nicht im Auge zu haben. "Wir können ohne Übernahmen leben", so Alder. Er fühle sich komfortabel mit der gegenwärtigen Struktur. Zur Frage von Telekom Austria wollte Alder aber keinen Kommentar abgeben. Swisscom plant die Ausschüttung von 20 sfr, zwölf sfr in Form einer Dividende und acht sfr über eine Nennwertreduktion. Im letzten Jahr hatten die Aktionäre neben einer Bruttodividende von elf sfr weitere 16 sfr über eine Nennwertreduktion und eine Putoption erhalten. Die Dividendenrendite beträgt damit fast fünf Prozent. Ein neuer Aktienrückkauf käme nur in Frage, wenn die Eidgenossenschaft als Hauptaktionär sich von einem Teil seiner Aktien trennen wollte, sagte Alder. Der Staat hält derzeit 62,7 Prozent an Swisscom.

An der leicht festeren Börse verlor die Swisscom-Aktie bis zum frühen Nachmittag 18 sfr oder gut vier Prozent auf 412 sfr.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×