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24.07.2000

20:11 Uhr

Aktie läuft am ersten Börsentag sehr gut

Einstweilige Verfügung gegen Letsbuyit

Der Berliner Konkurrent Cnited hat vor Gericht gegen das Preismodell des Internethändlers protestiert. Cnited wirft dem Wettbewerber vor, mit seinem Angebot gegen das Rabattgesetz und das Gesetz gegen unlauteren Wettbewerb zu verstoßen.

mm/dpa AMSTERDAM. Der Internethändler LetsBuyIt.com darf sein Stufenpreismodell vorerst nicht mehr in Deutschland anwenden. Wenige Tage nach seinem Börsengang an den Neuen Markt in Frankfurt teilte das niederländische Unternehmen mit Sitz in Amsterdam mit, der Gesellschaft sei am 24. Juli 2000 eine einstweilige Verfügung gegen das Preismodell zugestellt worden. Der Berliner Konkurrent Cnited stellte eine einstweilige Verfügung gegen Letsbuyit zu. Cnited wirft dem Wettbewerber vor, mit seinem Angebot gegen das Rabattgesetz und das Gesetz gegen unlauteren Wettbewerb zu verstoßen. Die einstweilige Verfügung des Landgerichts Hamburg zwinge Letsbuyit sein Angebot in Deutschland zu ändern, teilte Cnited mit. LetsBuyIt.com habe Berufung gegen die Entscheidung eingelegt, werde aber das Preismodell unverzüglich ändern und nur noch einen Preis für die angebotenen Produkte angeben.

Preisnachlässe durch Gemeinschaftskauf

Die niederländische LetsBuyIt.com NV ermöglicht Verbrauchern durch Gemeinschaftskauf im Internet Preisnachlässe bei verschiedenen Produkten. Mit zunehmender Anzahl von Käufern nähert man sich bisher über verschiedene Preisstufen dem niedrigsten Preis. LetsBuyIt.com erzielte nach eigenen Angaben 1999 einen Nettoumsatz von 2,18 Millionen Euro (4,27 Mill. DM) und im ersten Quartal 2000 von 3,95 Millionen Euro. Die Firma ist in insgesamt 14 Ländern tätig, wurde Anfang 1999 gegründet und hat 350 Mitarbeiter.

Aktie von Letsbuyit gehört zu den Gewinnern

Der schwierige Börsengang von Letsbuyit.com am Neuen Markt hat doch noch einen versöhnlichen Abschluss gefunden. Die Aktie des Internethändlers gehörte an ihrem ersten Handelstag zu den großen Gewinnern im Wachstumssegment der Frankfurter Börse. Zwischenzeitlich kletterte der Kurs auf einen Höchststand von 6,50 Euro. Zum Börsenschluss stand die Aktie bei 5,00 Euro. Der Ausgabepreis hatte bei 3,50 Euro gelegen. Damit bescherte Letsbuyit mutigen Anlegern, die trotz der Turbulenzen während der Zeichnungsphase geordert haben, einen Kursgewinn von 43%.

Beim Börsengang musste das Unternehmen selbst Rabatte gewähren, um die Gunst der Anleger zu gewinnen. Mit ihrer Emission war die Gesellschaft mitten in die Krise der Internetwerte geraten: Mangels Anleger-Interesse musste der Sprung an den Neuen Markt mehrmals verschoben werden.

Genügend Nachfrage kam erst auf, als sich das Unternehmen entschloss die Preisspanne von 6 bis 7 Euro auf 3 bis 4 Euro zu senken. Damit fällt allerdings auch der Emissionserlös deutlich geringer als ursprünglich erwartet aus: Statt der erhofften 120 Millionen Euro spült der Börsengang jetzt nur rund 60 Millionen in die Kassen.

Geld wird benötigt, um die Marke international zu etablieren

Letsbuyit braucht das Geld dringend, um seine Marke international zu etablieren. Allein von November 1999 bis Ende April dieses Jahres hat das Unternehmen rund 50 Millionen Euro in das Marketing investiert. Dabei erzielte die Gesellschaft 1999 einen Nettoumsatz von rund 2,2 Millionen Euro bei einem Verlust von 24 Mill. Euro. Erste Gewinne verspricht der Internethändler für 2002. Um den hohen Liquiditätsbedarf zu decken, hat Deutschland-Chef Rolf Hansen bereits für das kommende Jahr eine Kapitalerhöhung angekündigt.

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