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31.01.2001

16:16 Uhr

Aktie legt um mehr als 4 % zu

Infineon will weiter kräftig wachsen

Der Chiphersteller Infineon Technologies AG, München, hat im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2000/2001 (30. September) das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) einschließlich einmaliger Sondereinnahmen von 202 Millionen Euro aus dem Verkauf der Image & Video-Aktivitäten gegenüber dem entsprechenden Vorjahreszeitraum um 83 Prozent auf 446 (244) Mill. Euro gesteigert. Im Vergleich zum Vorquartal fiel das Ergebnis jedoch wegen des Preisverfalls bei Speicherbausteinen um 45 Prozent, teilte die Siemens-Tochter am Mittwoch mit. Das Unternehmen erwartet im laufenden Jahr nach eigenen Angaben ein weiter starkes Wachstum.

vwd MÜNCHEN. Der Chiphersteller Infineon Technologies AG, München, hat im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2000/2001 (30. September) das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) einschließlich einmaliger Sondereinnahmen von 202 Millionen Euro aus dem Verkauf der Image & Video-Aktivitäten gegenüber dem entsprechenden Vorjahreszeitraum um 83 Prozent auf 446 (244) Mill. Euro gesteigert. Im Vergleich zum Vorquartal fiel das Ergebnis jedoch wegen des Preisverfalls bei Speicherbausteinen um 45 Prozent, teilte die Siemens-Tochter am Mittwoch mit. Das Unternehmen erwartet im laufenden Jahr nach eigenen Angaben ein weiter starkes Wachstum.

Der Umsatz erhöhte sich um acht Prozent auf 1,66 (1,54) Mrd Euro und entspricht einem Rückgang um 30 % gegenüber dem vierten Quartal des abgelaufenen Geschäftsjahres. Der Nettogewinn stieg um 111 % auf 280 (133) Mill. Euro. Gegenüber dem Vorquartal wurde ein Minus von 52 % verzeichnet. Matthias L. Schneck von der HypoVereinsbank zeigt sich "insgesamt zufrieden" mit den am Berichtstag vorgelegten Zahlen, die die Erwartungen des Marktes zum Teil übertroffen hätten. Es seien darin keine negativen Überraschungen enthalten.

Schwieriges Marktumfeld

Der Infineon-Vorstandsvorsitzende, Ulrich Schumacher, räumte bei einer Telefonkonferenz ein, dass das Marktumfeld für Speicherbauelemente entgegen früheren Erwartungen des Unternehmens auch während des zweiten Quartals "schwierig" bleiben dürfte. Die Prognose des US-Foschungsinstituts Dataquest von 27 % für das weltweite Wachstum des Halbleitermarktes, die Infineon übertreffen wollte, sei "nicht mehr zu halten". So hätten inzwischen viele Forschungsinstitute ihre Vorhersagen nach unten korrigiert. Dennoch wolle Infineon weiterhin in allen Bereichen stärker als der Markt wachsen.

Im Hinblick auf zukünftige Speicherpreise wollte Schumacher keine konkreten Angaben machen. Im laufenden Quartal liege der Preis für Speicherbausteine (DRAM) nach seinen Worten mit durchschnittlich drei $ noch tiefer als im Vorquartal mit vier $. In den vergangenen fünf bis sechs Wochen hätten sich die Preise "auf niedrigem Niveau" stabilisiert.

Im dritten und vierten Quartal rechne er mit einer Reduzierung der Lagerbestände bei den PC-Herstellern, weshalb mit einer steigenden Nachfrage der Preistrend bei Speicherprodukten wieder nach oben gehen könnte. Diese Einschätzung teilt auch Rüdiger Kühnle von der Baden Bank. -Württembergischen Die Preise für Speicherbausteine dürften sich nach Ansicht des Analysten weitgehend dem Tiefstpunkt genährt haben und mittelfristig wieder anziehen, zumal die Unternehmen keine weiteren Kapazitätserweiterungen planen würden. Im ersten Quartal brach das Ergebnis vor Zinsen und Steuern im Speicherbereich auf 66 (132) Mill. Euro ein.

Konkrete Aussagen zur Entwicklung des EBIT im laufenden Geschäftsjahr wollte Schumacher nicht machen. Er wies jedoch darauf hin, dass im ersten Quartal in allen Nicht-Speicherbereichen die EBIT-Marge gestiegen sei. In Zukunft werde sich dies fortsetzen, während im Speicherbereich die zukünftige Preiseentwicklung ausschlaggebend sei. Infineon kündigte zudem weitere Akquisitionen und Kapazitätserweiterungen im Kommunikationsbereich an. Analyst Schneck ist nach eigenen Angaben weiterhin positiv für die Infineon-Aktie gestimmt. Deren Kurs lag gegen 15.30 Uhr bei 47,71 Euro, was einem Plus von 4,06 % entspricht.

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