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16.01.2003

08:23 Uhr

AKTIE UNTER DER LUPE

Amgen bietet viel Wachstumsphantasie

VonAnnette Kiefer

Mit einer Bestätigung der optimistischen Ertragsprognosen erfreute der Vorstand von Amgen Mitte vergangener Woche Anleger und Analysten gleichermaßen: Bis zu 1,80 $ je Aktie will der Konzern, der zu den größten Biotechnologie-Unternehmen der Welt zählt, im laufenden Jahr einfahren. Für das vergangene Jahr sollten die Ergebnisse mit rund 1,38 $ leicht über den durchschnittlichen Schätzungen der Analysten liegen, erwartet Amgen.

NEW YORK. Börsenexperten bewerten die Zukunft des Unternehmens zurzeit ebenfalls äußerst positiv: Der Nachrichtendienst Bloomberg verzeichnet aktuell 27 Analysteneinschätzungen zur Amgen-Aktie, von denen die überwältigende Mehrheit zum Kauf rät, davon sogar zwei Drittel besonders vehement ("strong buy"). Der nervöse Markt biete derzeit eine attraktive Gelegenheit, urteilen etwa die Analysten von Merrill Lynch. Auch Analystin Leah Cann von Wachovia Securities erhöhte ihre Einschätzung jüngst auf Outperform und erklärte: "Im vergangenen Jahr hat Amgen drei neue Produkte auf den Markt gebracht und daneben mit dem Rheuma-Arthritis-Mittel Enbrel eines der erfolgreichsten Medikamente in der Geschichte der Biotechnologie übernommen". Sie geht außerdem davon aus, dass dieses Produkt auch weiterhin das bevorzugte Medikament in seinem Bereich bleibt. Außerdem erwartet Cann, dass sich der Kurs auf bis zu 62 $ erhöht, womit er dicht an den Ständen vom vergangenen März läge. Gegenüber dem aktuellen Niveau würde dies ein Plus von rund 20% bedeuten.

Dabei hat die Biotechfirma bisher nur eine Handvoll Produkte auf dem Markt. Darunter sind etwa ein Mittel gegen Blutarmut und ein Medikament zur Bekämpfung von Infektionen bei Chemotherapie-Patienten. Dennoch ist das Unternehmen nach Worten von CEO Kevin Sharer für das kommende Jahr ausgezeichnet gerüstet, da die Produkte in großen und schnell wachsenden Märkten positioniert seien. Und ihre führende Stellung konnten die Kalifornier in den vergangenen Wochen weiter ausbauen, denn in einer Reihe von Patentstreitigkeiten entschieden die Richter vorläufig zu Gunsten von Amgen.

Nach Firmenangaben gab jüngst etwa ein US-Berufungsgericht der Klage gegen den französisch-deutschen Pharmakonzern Aventis und die US-Gesellschaft Transkaryotic Therapies (TKT) statt, wonach die Konkurrenten zwei Patente von Amgen verletzt haben. In Europa liegen Aventis und TKT ebenfalls mit Amgen im Rechtsstreit. Amgen rechnet nach eigenen Worten damit, dass allein die beiden betroffenen Mittel Epogen und Aranesp in diesem Jahr einen Umsatz von mindestens 3,2 Mrd.$ erzielen werden.

Eine endgültige Entscheidung steht allerdings noch aus. Analyst Patrick Mooney von der Investmentbank Thomas Weisel erwartet, dass dieser Prozess noch mehr als ein Jahr in Anspruch nehmen könnte. Die aktuelle Gerichtslage allerdings wirke sich zum Vorteil für die Kalifornier aus, erklärt Merrill-Lynch- Stratege Eric Ende, der zum Kauf der Amgen-Aktie rät: "Amgen muss im Moment zwar weiterhin die Rechtsbeständigkeit seiner Patente verteidigen, aber bis zu einem endgültigen Beschluss ist den Konkurrenzmitteln der Einstieg in den Markt verwehrt". John Sonnier von Prudential Securities geht ebenfalls davon aus, dass sich Amgen auch in kommenden Verhandlungen gegen die Konkurrenz durchsetzen wird.

Daher sollten auch die Wachstumsaussichten für das Biotech-Schwergewicht gesichert sein, erwarten die Experten. Leah Cann schätzt, dass die Zuwachsrate in den kommenden fünf Jahren weiter zulegen wird. Mit dieser Prognose steht sie nicht allein: "Das Unternehmen besitzt alle fundamentalen Voraussetzungen, um bis zum Jahr 2005 eine Wachstumsrate im unteren bis mittleren 20-Prozent-Bereich zu erzielen", sagt John Sonnier. "Jetzt müssen sie diese Ergebnisse nur noch den Investoren liefern".

Quelle: Handelsblatt

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