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09.01.2003

08:26 Uhr

AKTIE UNTER DER LUPE

Neue Modelle sollen der BMW-Aktie helfen

VonVanessa Keppler

Henrik Lier, Analyst bei WestLB Panmure, erwartet, dass die Einführung des neuen 5ers der Startschuss für die BMW-Aktie wird. Auf diesen Wendepunkt warten die Aktionäre sehnlichst, denn insbesondere seitdem BMW Anfang November die Zahlen für das dritte Quartal bekannt gegeben hat, verlor die Aktie deutlich.

Der BMW X 3. Foto: dpa

Der BMW X 3. Foto: dpa

FRANKFURT/M. Nach dem Spitzenjahr 2002 blickt BMW-Chef Helmut Panke optimistisch ins neue Jahr. "Ich bin zuversichtlich, dass wir die positiven Entwicklungen beim Absatz und auf der finanziellen Seite fortsetzen werden" sagte Panke auf der Detroit Motor Show. Dem bayerischen Automobilkonzern ist es im vergangenen Jahr mit einem Absatz von 1,059 Mill. Automobilen gelungen, erstmals die magische Millionenmarke zu überschreiten. Dies entspricht einem Wachstum um 17 % im Vergleich zum Vorjahr. Zu Umsatz und Ergebnis hat der Konzern bislang für das Gesamtjahr 2002 keine Angaben gemacht, aber auch hier will sich BMW steigern.

Dieses starke Wachstum verdanken die Bayern vor allem ihrem Kleinsten: Der Mini rollte im vergangenen Jahr 144 000-mal aus der Werkshalle. 2001, im Einführungsjahr, verkaufte BMW 24 980 dieser Life-Style-Autos. Journalisten kürten den Kleinwagen am Sonntag in Detroit außerdem zum "North American Car of the Year". Der Mini machte das Rennen gegen andere Finalisten, wie die 7er Reihe von BMW und den Honda Accord, und überzeugte in den Faktoren Innovation, Design, Fahrgefühl, Sicherheit und Preis.

Auch 2003 setzt BMW auf die Verkaufskraft neuer Modelle. So werden das Coupé und das Cabriolet der 3er-Serie neu aufgelegt, der Z4 kommt auf den europäischen Markt und der Geländewagen X3 sowie der 6er sollen Ende des Jahres vom Band rollen. Insbesondere der neue 5er soll ab Herbst die Absatzzahlen in die Höhe treiben.

Henrik Lier, Analyst bei WestLB Panmure, erwartet, dass die Einführung des neuen 5ers gleichzeitig der Startschuss für die BMW-Aktie wird. Auf diesen Wendepunkt warten die Aktionäre sehnlichst, denn insbesondere seitdem BMW Anfang November die Zahlen für das dritte Quartal bekannt gegeben hat, verlor die Aktie deutlich. Sie fiel von rund 37 Euro auf momentan knapp 29 Euro. Die Börse reagierte auf eine enttäuschende Marge. Während BMW diese mit hohen strukturellen Kosten zu erklären versuchte, befürchteten die Börsianer, der hohe Preisdruck setze nun auch den Bayern zu.

Albrecht Denninghoff, Analyst bei der Hypo-Vereinsbank, hält die Reaktion für übertrieben und empfiehlt ebenso wie Goldman Sachs "Outperform". Lier setzt die Aktie auf "Buy" und schätzt die derzeit schlechte Stimmung als "schöne Einstiegsgelegenheit" ein. 2003 werde als Umstellungsjahr nicht einfach, sind sich die Analysten einig. Besonders die Absatzzahlen des 5ers werden im ersten Halbjahr bis zur Einführung des neuen Modells weiter zurückgehen. Und das Wachstum beim Mini sei nicht zu halten. Erst 2004 rechnen die Analysten infolge der Modelloffensive mit besseren Absatz- und Ergebniszahlen. "Die Börse wird das aber vorwegnehmen", prognostiziert Lier. Einem schwierigen ersten Halbjahr werde dann ein gutes zweites Halbjahr folgen. Gleiches gilt für die Konkurrenten VW und Opel, die in diesem Jahr mit dem neuen VW Golf, dem VW Multivan und dem Opel Astra ebenfalls absatzstarke neue Modelle auf den Markt bringen. Bei Porsche und Renault, die bereits 2002 neue Modelle herausgebracht haben, rechnen Analysten noch früher mit einem Aufschwung.

Deutsche Bank-Analyst Lars Ziehn ist aber zurückhaltener und stuft die BMW-Aktie mit "Hold" ein. Er rechnet damit, dass erst Mitte 2004 wieder Dynamik ins Spiel kommt. Auf dem hohen Niveau seien Steigerungen nicht mehr so leicht möglich, sagt Ziehn.

Risiken stecken bei BMW zum einen in der Dominanz der 3er-Reihe. Zum anderen könnte der mit der neuen 1er-Reihe für 2004 geplante Eintritt in die Kompaktklasse eine Gefahr darstellen. Goldman Sachs befürchtet, dass die Marge des 1ers niedriger sein könnte als die der anderen Reihen. Denninghoff ist aber auch hier zuversichtlich, denn BMW habe seine Fähigkeiten bei der Einführung des Mini unter Beweis gestellt und bleibe "ein sicherer Hafen".

Quelle: Handelsblatt

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