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21.03.2003

08:14 Uhr

Aktie unter der Lupe

Schnelles Essen ist immer gefragt

VonAnette Kiefer (Handelsblatt)

Wer kennt in Deutschland schon Yum Brands? Beim weltweit zweitgrößten Fast-Food-Konzern stehen mehr die einzelnen Marken im Vordergrund: Kentucky Fried Chicken, Pizza Hut und Taco Bell. Im Vergleich zum großen Konkurrenten McDonald?s läuft das internationale Geschäft besser. Analysten loben das Papier.

NEW YORK. Der schmackhafte Name hilft zurzeit nur wenig: Im vergangenen Monat verzeichnete das Restaurantunternehmen Yum Brands (zu deutsch etwa: "lecker") nach eigenen Angaben einen Umsatzrückgang von rund 5 %. Schuld sei unter anderem das ungewöhnlich schlechte Wetter gewesen, das mit plötzlichen Wintereinbrüchen zahllose Filialen im mittleren Westen und an der Ostküste der USA lahmgelegt hatte. Dennoch werde man den angekündigten Gewinn von 38 Cent je Aktie einhalten, erklärte das US-Unternehmen, das mit Schnellrestaurantketten wie "Kentucky Fried Chicken", "Pizza Hut" und "Taco Bell" nach McDonald?s der zweitgrößte Fastfood-Anbieter der Welt ist. Das jüngst bekannt gegebene Ergebnis kann sich sehen lassen: 7,7 Mrd. $ Gewinn kamen 2002 in die Kasse, rund 12 % mehr als im Vorjahr.

Die Aktie liegt rund 30 % unter den Jahreshöchstständen vom vergangenen Juni und etwa 15 % über den Tiefwerten vom Herbst. Die Analysten großer US-Bankhäuser bewerten sie weiterhin positiv: Mitchell Speiser von Lehman Brothers nennt Yum neben Wendy?s als einen seiner beiden Lieblings-Fastfoodtitel. SG-Cowen-Experte Paul Westra lobt ebenfalls: "Wir halten Yum für einen der am besten geführten Restaurantbetriebe." Insgesamt vergeben fünf der 13 Analysten, deren Bewertungen bei der Nachrichtenagentur Bloomberg aufgelistet sind, ein Kaufurteil. Acht weitere raten zum Halten der Aktie.

Ein Grund für den vorsichtigen Optimismus der Experten: Das internationale Geschäft, das rund ein Drittel der Unternehmensgewinne beisteuert, läuft ganz nach ihrem Geschmack. Nach Angaben der Geschäftsleitung verzeichnete Yum im Februar ein Umsatzplus von rund 15 %, unter anderem wegen des aktuell schwachen Dollarkurses. Im laufenden Jahr sollen zudem etwa 1 000 neue Filialen außerhalb der Staaten hinzukommen - wie auch schon 2002, als Yum vor allem in China stark expandierte. "Bemerkenswert ist Yums Ergebnis im internationalen Geschäft insbesondere angesichts der schwachen Wirtschaft auch in anderen Ländern und der Probleme von McDonald?s außerhalb der Staaten", sagt Mitchell Speiser. Analyst John Glass von CIBC World Markets nannte Yums Auslandsergebnis dagegen "den einzigen Lichtblick"in der Bilanz des Restaurantriesen.

Überdurchschnittlich viele negative Einflüsse seien in den vergangenen Monaten zusammengekommen und hätten zu dem Umsatzrückgang geführt, erklären Analysten. Sie erwarten aber in naher Zukunft eine Normalisierung und damit Verbesserung der Lage. "Die Restaurantaktien sind zu Jahresanfang unter starken Druck geraten durch ausgesprochen vorsichtiges Konsumverhalten, eine schwache Wirtschaft, Kriegsängste und höhere Benzinpreise", kommentiert Speiser. "Verschlimmert wurde die Lage noch durch das verheerende Wetter - aber diese beiden Faktoren werden jetzt langsam abklingen."

Darüber hinaus sehen die Experten langfristige gute Aussichten für die Branche und damit auch für Schwergewicht Yum Brands. "Der Zuwachs bei Doppelverdiener-Haushalten und das steigende Bedürfnis der Konsumenten nach bequemen Mahlzeiten schaffen ein attraktives Umfeld für langfristige Umsatzgewinne in der Restaurantbranche", sagt Jeff Omohundro von Wachovia Securities. "Wir erwarten, dass Yums Gewinn je Aktie auf Jahresbasis umgerechnet über die nächsten drei bis fünf Jahre um 13 % steigen kann."

Auch Paul Westra hat Chancen errechnet: "Die besten Branchen nach einer Rezession sind die Restaurants. Nach den letzten fünf Rezessionen haben sie über je drei Jahre betrachtet ein Plus von durchschnittlich 151 % eingefahren, der S&P-500-Index dagegen nur von 47 %."

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