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20.01.2003

11:15 Uhr

Aktie unter Druck

Gute Quartalszahlen helfen Infineon nicht

Trotz guter Zahlen für das erste Quartal 2002/03 ist die Aktie des Chipproduzenten Infineon am Montag unter Druck geraten. Insbesondere das Nachsteuerergebnis ist mit einem Minus von 40 Millionen Euro deutlich besser als der erwartete Verlust von 60 Millionen Euro ausgefallen.

vwd FRANKFURT. Der Grund für das bessere Ergebnis ist insbesondere in dem gebeutelten Geschäft mit Speicherchips zu suchen. Die anhaltende Nachfrageschwäche und der Preisverfall in diesem Bereich machen dem Konzern bereits seit geraumer Zeit zu schaffen. Die Sparte hat nun erstmalig den Weg aus den roten Zahlen gefunden und einen Gewinn von 29 Millionen Euro ausgewiesen.

Entsprechend positiv fielen in einer ersten Einschätzung die Reaktionen der Marktteilnehmer auf die Nachricht aus. "Sehr gut", kommentierte Analyst Harald Schnitzer von der DZ Bank in einer ersten Reaktion. Die Begeisterung erhielt jedoch nach einer Telefonkonferenz des Unternehmens am Morgen einen leichten Dämpfer. Allein auf Grund einer Lagerbestandsaufwertung bei den Speicherchips und Sonderfaktoren sei der Ergebnissprung möglich gewesen. Trotzdem gibt sich Analyst Theo Kitz von Merck Finck & Co optimistisch. Es gebe deutliche Anzeichen für eine Verbesserung.

Infineon selbst habe angekündigt, den Breakeven-Punkt, d.h. den Zeitpunkt, an dem die Sparte beginnt, Gewinne zu erwirtschaften, im Laufe des Jahres auf zwei von bislang drei Dollar pro Chip zu reduzieren. Möglich sei dies dank Kosteneinsparungen durch das neue Chipwerk in Dresden wie auch technologische Verbesserungen. "Ein solcher Sprung wäre gewaltig", so Kitz. Dann könnte der Bereich wohl auch ohne Sonderfaktoren mit einem Plus abschließen.

Zurückhaltend äußert sich Infineon aber weiter zum generellen Ausblick. "Auch wenn es erste Anzeichen für einen positiven Markttrend gibt, ist es noch zu früh, um von einer nachhaltigen Verbesserung des Gesamtmarktes zu sprechen", teilte der Vorstandsvorsitzende Ulrich Schumacher mit. Infineon erwartet für das laufende zweite Quartal 2002/03 nur eine leichte Steigerung der Nachfrage bei den Speicherprodukten. Für das Segment drahtgebundene Kommunikation und Sichere Mobile Lösungen dürften im ersten Halbjahr die Marktbedingungen aber schwierig bleiben und der Preisdruck anhalten, hieß es. Bei der drahtgebundenen Kommunikation hält Schumacher aber eine Rückkehr in die Gewinnzone im vierten Quartal für möglich.

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